Türkische Notenbank erhöht Leitzins trotz Erdogan-Warnung

24. November 2016, 12:34
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Der für Refinanzierungsgeschäfte maßgebliche Satz wurde um einen halben Punkt auf 8,0 Prozent angehoben

Istanbul – Ungeachtet der Warnungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einer Hochzinspolitik hat die Notenbank die geldpolitischen Zügel gestrafft. Sie erhöhte den für wöchentliche Refinanzierungsgeschäfte maßgeblichen Satz am Donnerstag um einen halben Punkt auf 8,0 Prozent. Auch den Leitzins für Übernachtkredite hoben die Währungshüter um einen Viertelpunkt auf 8,5 Prozent an.

Die letzte geldpolitische Straffung gab es Anfang 2014, als die Notenbank angesichts der Talfahrt der Lira zu einer Krisensitzung zusammenkam. Auch dieses Jahr steht die Landeswährung unter Druck.

Der harte Kurs von Präsident Erdogan gegen Regierungskritiker seit dem Putschversuch Mitte Juli verunsichert Investoren. Zudem ist der Dollar nach dem Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen auf dem Vormarsch, denn Anleger setzen auf einen Wirtschaftsboom in den USA und dort auch steigende Zinsen. Das lastet zusätzlich auf Schwellenländer-Währungen wie der Lira. (Reuters, 24.11.2016)

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