Deutsche NordLB versenkt wegen Schiffskrise Milliarden

24. November 2016, 11:02
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Landesbank steuert auf den höchsten Verlust ihrer Geschichte zu

Frankfurt/Hannover – Die deutsche Landesbank NordLB steuert wegen Belastungen durch faule Schiffskredite auf den höchsten Verlust ihrer Geschichte zu. In den ersten neun Monaten betrug das Minus vor Steuern 624 Mio. Euro – nach einem Gewinn von 630 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie die drittgrößte deutsche Landesbank heute, Donnerstag, mitteilte.

Im Gesamtjahr geht die NordLB nun von einem Vorsteuerverlust von mehr als einer Milliarde Euro aus.

"Aus Vorsichtsgründen planen wir auch für die Folgejahre mit einer erhöhten Risikovorsorge für die Schiffsfinanzierungen", sagte der scheidende NordLB-Chef Gunter Dunkel. "Wir streben dabei an, bereits 2017 und auch in den Folgejahren wieder einen deutlichen Gewinn zu erzielen." Außerhalb der Schifffahrt entwickle sich die Bank in allen Geschäftsfeldern gut. Deshalb könne das Geldhaus auch die aktuellen Belastungen durch die Schiffskrise aus eigener Kraft stemmen.

Die Krise in der Schifffahrt, die seit Jahren unter Überkapazitäten leidet, hat sich zuletzt wegen des schwächeren Wachstums in China und des mauen Welthandels noch einmal verschärft. Banken, die Geld an die Branche verliehen haben, müssen deshalb viel Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen. Bei der NordLB hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft mehr als vervierfacht auf 1,65 Mrd. Euro. Dazu trug die Tochter Bremer Landesbank, die die NordLB demnächst komplett schlucken wird, maßgeblich bei. Im Gesamtjahr erwartet die NordLB eine Risikovorsorge von "deutlich über 2 Mrd. Euro". (Reuters, 24.11.2016)

  • Sinnbild für die Krise in der Schifffahrt: Ein Künstler faltete mit Helfern im Jahr 2011 ein aus unzähligen Tetrapaks zusammengeschweißtes, neun Meter langes Papierschiff, welches anschließend im Karl-Heine-Kanal versenkt wurde.
    foto: dpa-zentralbild/jan woitas

    Sinnbild für die Krise in der Schifffahrt: Ein Künstler faltete mit Helfern im Jahr 2011 ein aus unzähligen Tetrapaks zusammengeschweißtes, neun Meter langes Papierschiff, welches anschließend im Karl-Heine-Kanal versenkt wurde.

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