Kredit für Wohnraum: Was für fixe Zinsen spricht

27. November 2016, 10:00
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Fixszinskredite sind zunächst geringfügig teurer, dafür werden Kunden das Risiko steigender Zinsen während zumeist langer Laufzeiten los

Wien – Beim Erwerb von Wohneigentum ist viel Geld im Spiel, in der Regel müssen die vorhandenen Mittel mit Fremdkapital aufgestockt werden, um den Kaufpreis stemmen zu können. In diesem Bereich ortet das Vergleichsportal "Durchblicker.at" nun eine günstige Gelegenheit – nämlich in Form fixverzinslicher Hypothekarkredite. "Die Talsohle bei Kreditzinsen ist offenbar durchschritten", meint Geschäftsführer Reinhold Baudisch und verweist auf den 15-Jahres-Swap, dessen Entwicklung maßgeblich für die Zinshöhe eines Fixzinskredits mit gleicher Laufzeit ist: Nachdem dieser von Juli bis Oktober um die Marke von 0,6 Prozent schwankte, stieg der Swapsatz zuletzt wieder auf rund ein Prozent.

"Die Banken bereiten sich bereits auf eine Anhebung der Fixzinsen für Hypothekarkredite vor, haben das Pricing bisher aber noch nicht angepasst", betont Baudisch. "Vor diesem Hintergrund ist eine Fixzinsabsicherung für 15 Jahre zu den Konditionen der vergangenen Monate sehr attraktiv", und zwar aus seiner Sicht nicht nur für jene, die ohnedies vorhaben, einen Kredit aufzunehmen. Auch für eine Umschuldung alter Kredite sieht Baudisch ein "Window of Opportunity".

Günstige Zinsabsicherung

Gemäß seinen Angaben kostet ein variabel verzinster Kredit derzeit rund ein Prozent – zusammengesetzt aus einem Prozentpunkt Zinsaufschlag zuzüglich des Drei-Monats-Euribor. Dieser liegt zwar derzeit unter null, allerdings würden Banken Negativzinsen im Neugeschäft nicht weiterreichen. Kunden mit guter Bonität würden einen Fixzinskredit mit zehnjähriger Laufzeit um 1,25 Prozent jährlich "am Markt erhalten". Bei 15 Jahren Laufzeit beziffert er den Zinssatz mit ungefähr 1,5 Prozent.

Bei einem Kreditvolumen von 250.00 Euro sei der zehnjährige Fixkredit, verglichen mit dem variablen, derzeit um monatlich knapp 30 Euro teurer bzw. bei der 15-jährigen Variante um den doppelten Betrag, rechnet Baudisch vor. Im Gegenzug könnten Kunden sich dadurch gegen künftige Zinsanstiege absichern. Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise lag der Drei-Monats-Euribor im Jahr 2007 noch bei knapp fünf Prozent. Sollte dieser Zinssatz innerhalb der Laufzeit wieder auf dieses Niveau zurückkehren, würde sich die effektive Zinsbelastung variabler Kredite inklusive Zuschlag auf fast sechs Prozent erhöhen.

Bonität verbessert

Bei Umschuldungen sieht Baudisch einen zweiten Hebel, der für einen Fixzinskredit spricht: Etwa fünf Jahre nach Abschluss des bestehenden Kredits habe sich die Bonität der Kunden zumeist verbessert, da bereits ein Teil getilgt worden sei und sich der Verkehrswert der zugrunde liegenden Immobilie erhöht haben sollte.

Wie Daten der Oesterreichischen Nationalbank zeigen, ist bei Wohnbaukrediten der Anteil fix verzinster Versionen nach jahrelanger Flaute im Neugeschäft zuletzt wieder angestiegen: Zunächst hat sich dieser von 39 Prozent aller Kredite im Jahr 2007 bis 2013 auf nur noch 16 Prozent reduziert, was im Fall sinkender Zinsen auch durchaus sinnvoll erscheint. Im Vorjahr wurden jedoch wieder 24 Prozent mit fixem Zinssatz abgeschlossen. (Alexander Hahn, 27.11.2016)

  • Bei einem neuen Kredit oder einer Umschuldung rät "Durchblicker.at" zu Hypothekarkrediten mit Fixzins.
    foto: apa/georg hochmuth

    Bei einem neuen Kredit oder einer Umschuldung rät "Durchblicker.at" zu Hypothekarkrediten mit Fixzins.

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