Austria kann gegen Giurgiu Aufstieg fixieren

23. November 2016, 16:11
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Wiener wären mit Heimsieg gegen Rumänen praktisch im Sechzehntelfinale – Kayode: "Kann den Sieg schon riechen"

Wien – Nach zwölf Jahren könnte die Austria wieder einmal im Europacup überwintern. Vor dem Europa-League-Heimspiel gegen Astra Giurgiu haben die Wiener am Donnerstagabend 21.05 Uhr, live Sky) alles selbst in der Hand. Mit einem Sieg gegen Rumäniens Meister dürfte der Einzug ins Sechzehntelfinale fix sein.

Stürmer Larry Kayode versprühte überbordendes Selbstvertrauen: "Ich kann den Sieg schon riechen." Von solchem Überschwang war in der sportlichen Führung freilich weit entfernt. Trainer Thorsten Fink bemühte sich, die Erwartungen nicht zu sehr hochschnellen zu lassen.

70. Austria-Spiel für Fink

"Wir können nun für mich Greifbares erreichen. Ins Sechzehntelfinale zieht man nicht einfach so ein", sagte Fink, der von der Stammformation einzig Torhüter Robert Almer vorgeben muss, betonte aber vor seinem 70. Pflichtspiel als Austria-Coach: "Wir haben nichts zu verlieren, wollen auch gewinnen. Aber auch wenn es in die Hosen gehen sollte, haben wir noch ein weiteres Spiel."

Mit fünf Zählern liegt die Austria derzeit einen Punkt vor Giurgiu auf Rang zwei, AS Roma ist Spitzenreiter und könnte zu Hause gegen Viktoria Pilsen (3 Punkte) alles klarmachen. Holt die Roma zumindest ein Remis, ist die Austria im Erfolgsfall durch. Auf Pilsen trifft die Austria noch am letzten Spieltag am 8. Dezember, Giurgiu empfängt dann die Roma.

Gegen Rumäniens Champion setzte sich die Austria zum Auftakt der Gruppenphase durch. Beim 3:2 in Bukarest machten es die Wiener nach 3:1-Führung im Finish aber unnötig spannend. Giurgiu sei nun in einer "besseren Verfassung", urteilte Fink. Die Mannschaft von Trainer Marius Sumudica ist in Liga und Europacup aktuell acht Spiele ungeschlagen. Am Wochenende siegte Giurgiu beim Zweiten Uni Craiova mit 1:0, blieb aber trotzdem Zehnter der Liga 1.

Neben Fink wollte auch Franz Wohlfahrt den Druck auf die junge Austria-Elf nicht zu groß werden lassen. "Die Gruppe geht bis Dezember, spätestens dann soll sich die Mannschaft ihren Traum erfüllen", sagte der Sportchef. Als die Austria zuletzt im Europacup im Frühjahr engagiert war, war Wohlfahrt als Torhütertrainer beim SC Untersiebenbrunn tätig. Damals stieß man bis ins Viertelfinale des Uefa-Cups vor. Vier Versuche in Uefa-Cup und Europa League, über die Gruppenphase hinauszukommen, blieben seither erfolglos.

Die sich nun bietende Chance haben sich die Austrianer aber hart erarbeitet. "In entscheidenden Spielen haben wir gezeigt, dass wir da sind", sagte Spielgestalter Raphael Holzhauser. Der 23-Jährige soll wieder die Fäden im Mittelfeld ziehen. In Bukarest traf Holzhauser per Elfer, neben Kevin Friesenbichler war auch Alexander Grünwald per Freistoß erfolgreich.

Warnung vor Rumäniens Teamstürmer Alibec

Dass Giurgiu aufgrund der Ausgangslage auf drei Zähler angewiesen ist, macht die Sache für die Austria nur bedingt einfacher. "Sie werden uns defensiv sicher beschäftigen", vermutete Fink. Er warnte vor Denis Alibec. Rumäniens Teamstürmer – er soll am 1. Jänner zu Steaua Bukarest wechseln – traf bereits gegen die Austria. Giurgius im Herbst verletzungsgeplagter Star soll derzeit fit sein. "Ich werde alles dafür tun, dass wir mit einem guten Resultat heimfahren können", versprach Alibec vor der Abreise nach Wien.

Abgesehen vom 25-jährigen Angreifer baut Giurgiu auf Akteure, die im Herbst ihrer Karriere stehen. Gleich sieben Profis über 30 Jahre dürften in der Start-Elf stehen. Die 14 Spieler der Austria, die beim 2:0 am Samstag gegen Ried eingesetzt wurden, hatten hingegen ein Durchschnittsalter von knapp über 21 Jahren. Fink hoffte, den "jugendlichen Elan" seiner Truppe am Spielfeld sehen zu können: "Dass wir mehr laufen als der Gegner und zeigen, dass wir hungriger sind." (APA, 23.11.2016)

Europa League, Gruppe E, 5. Runde, Donnerstag

FK Austria Wien – Astra Giurgiu
Happel-Stadion, 21.05 Uhr, live Sky, SR Pawel Raczkowski (POL)

Mögliche Aufstellungen:

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Venuto, Grünwald, Pires – Kayode

Ersatz: Pentz – Windbichler, Salamon, Vukojevic, Mohammed, Tajouri, Prokop, Friesenbichler

Es fehlen: Almer (Kreuzband- und Seitenbandriss, Meniskus), De Paula (Wadenbeinbruch)

Astra: Lung – Sapunaru, Alves, Oros – Stan, Lovin, Teixeira, Seto, Morais – Budescu, Alibec

Ersatz: Gavrilas – Fabricio, Nicoara, Niculae, Florea, Mansaly, Boudjemaa, Ionita

  • Fink lässt vor dem Spiel keinen Druck aufkommen: "Wir haben nichts zu verlieren, wollen auch gewinnen. Aber auch wenn es in die Hosen gehen sollte, haben wir noch ein weiteres Spiel."
    foto: apa/roland schlager

    Fink lässt vor dem Spiel keinen Druck aufkommen: "Wir haben nichts zu verlieren, wollen auch gewinnen. Aber auch wenn es in die Hosen gehen sollte, haben wir noch ein weiteres Spiel."

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