Showdown in Abu Dhabi

23. November 2016, 15:10
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Rosberg kann sich am Sonntag erstmals zum Weltmeister krönen. Rosberg: "Werde alles geben" – WM-Rivale Hamilton: "Man weiß nie, was passiert"

Abu Dhabi – An der Stätte seiner schmerzhaftesten Niederlage in der Formel 1 will Nico Rosberg den berauschendsten Triumph seiner Karriere feiern. 252 Tage nach dem Start in die Marathonsaison möchte sich der deutsche Mercedes-Pilot am Sonntag (14.00 Uhr MEZ/live ORF eins, RTL und Sky) in Abu Dhabi erstmals zum Weltmeister krönen.

Ungeachtet seiner Führung auf Stallrivale Lewis Hamilton will Rosberg aber auch im Saisonfinale auf dem Yas Marina Circuit auf Sieg fahren. "Es ist ein großartiges Gefühl, im dritten Jahr in Folge gegen Lewis um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Ich werde alles geben, um die Saison mit einem Sieg abzuschließen", versicherte der 31-jährige, der als insgesamt 33. Fahrer Champion in der Königsklasse des Motorsports werden könnte.

Zwölf Punkte Vorsprung für Rosberg

Rosberg hat im Kreis von Familie und Freunden für das ultimative Nervenduell Kraft geschöpft. Zwölf Punkte hat der Sohn des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg in der Fahrerwertung Vorsprung auf Hamilton. Rast er also neuerlich aufs Podest, ist er völlig unabhängig vom Abschneiden seines Dauerrivalen der dritte deutsche Formel-1-Champion nach Michael Schumacher (mit sieben Titeln Rekordhalter) und Sebastian Vettel (vier).

Der in diesem Jahr mental weiter gereifte Rosberg wird sich im Duell mit Hamilton aber keinen Spannungsabfall erlauben. "In diesem Sport ist nichts einfach, auch diesmal nicht. Ich muss erneut alles geben, um ein gutes Ergebnis einzufahren", kündigte der WM-Spitzenreiter an. Der sich nun final zuspitzende Zweikampf scheint ihn sogar nochmals zu beflügeln. "Je enger es wird, desto mehr freue ich mich darauf", meinte Rosberg.

Abu Dhabi ist jedoch für Rosberg kein unbelasteter Grand Prix. 2014 reiste er als Jäger von Hamilton mit WM-Chancen an. Nach einem Defekt an seinem "Silberpfeil" schleppte sich Rosberg gerade mal als 14. ins Ziel. Hamilton siegte und wurde zum zweiten Mal nach 2008 Weltmeister.

Geschichte soll sich aus Sicht des deutschen Vorjahressiegers nun nicht wiederholen. Hamilton hätte gegen diese Konstellation hingegen nichts. Den Coup hat der Brite längst nicht mehr in der eigenen Hand, ihn spornt diese Ausgangslage aber an.

"Es war keine perfekte Saison und es scheint an diesem Wochenende schier unmöglich zu sein, egal was ich tue", räumte der dreifache Weltmeister und Titelverteidiger aus England ein, der mit zuletzt drei Siegen en suite vielleicht zu spät in Topform gekommen ist. "Aber ich kann und werde nicht aufgeben. Man weiß nie, was passiert – egal, wie unmöglich es auch erscheinen mag."

Zangeln an der Zuverlässigkeit

Die Mercedes-Crew arbeitet indes an der Zuverlässigkeit der Autos. Ein Finale wie vor zwei Jahren, als Rosbergs Bolide stotterte, will sie unbedingt vermeiden. Ein Rennen wie in diesem Jahr in Malaysia, als Hamilton nach einem Motorschaden siegessicher rausflog, wäre eine Katastrophe. "Gemeinsam müssen wir nun noch eine letzte sehr wichtige Pflicht in dieser Saison erfüllen: Wir müssen Nico und Lewis die Basis geben, um ihren Kampf bis zur Zielflagge untereinander auszufechten. Beide waren außergewöhnlich und jeder von ihnen wäre ein würdiger Weltmeister", betonte Motorsportchef Toto Wolff.

Technikdirektor Paddy Lowe pflichtete dem 44-jährigen Wiener bei. "Unser Hauptziel ist es, dass die WM in einem fairen Kampf auf der Strecke entschieden wird", erklärte der Brite. Die Formel 1 soll nach der mit 21 Rennen längsten Saison ihrer Geschichte in einem packenden Schlussakt ihren Weltmeister 2016 finden. (APA, 23.11.2016)

  • Nico Rosberg hat am Sonntag die Chance, das zu erreichen, was Teamkollege Hamilton schon dreimal geschafft hat, Formel-1-Weltmeister zu werden.
    foto: apa/afp/karim sahib

    Nico Rosberg hat am Sonntag die Chance, das zu erreichen, was Teamkollege Hamilton schon dreimal geschafft hat, Formel-1-Weltmeister zu werden.

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