Europäer nach wie vor gesundheitsgefährdendem Feinstaub ausgesetzt

23. November 2016, 13:42
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Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern. In Österreich kam es dadurch 2013 zu 6.960 Todesfällen

Trotz erheblicher Emissionsreduktionen sind immer noch zu viele Menschen in Europa gesundheitsgefährdendem Feinstaub ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem jährlichen Bericht zur Luftqualität, der nun in Kopenhagen vorgestellt wurde.

Im Jahr 2014 mussten demnach 85 Prozent der städtischen Bevölkerung eine Feinstaubbelastung hinnehmen, die nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädlich ist. Gemessen an den Grenzwerten der EU, die höher liegen, waren bis zu 17 Prozent der Stadtbewohner zu hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt.

Die EUA schätzt, dass im Jahr 2013 rund 467.000 Menschen in 41 europäischen Ländern aufgrund von Feinstaubbelastung frühzeitig gestorben sind. In Österreich kam es demnach zu 6.960 Todesfälle durch den besonders gesundheitsgefährdenden PM 2,5-Feinstaub. Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern.

Messbare Bemühungen

Dabei sind die Bemühungen der europäischen Länder, den Ausstoß gefährlicher Stoffe zu reduzieren, messbar. "Wir sehen eine langsame Verbesserung der Luftqualität, wo Kohlekraftwerke geschlossen und mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird", sagte der Leiter der Untersuchung, Martin Adams. Doch während man in der Industrie große Fortschritte mit der Emissionsreduzierung mache, würden andere Bereiche wie die privaten Haushalte vernachlässigt. "In einigen Ländern ist das Heizen mit Holz ein großes Problem, in anderen die Verwendung von Düngemitteln in der Landwirtschaft."

In Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Griechenland sei großteils der Verkehr für die schlechte Luft verantwortlich. Adams forderte die Länder auf, stärker auf Maßnahmen wie Fahrverbote zu setzen und alte Autos aus den Innenstädten zu verbannen. "Wir müssen den Ursachen der Luftverschmutzung begegnen und das bedeutet einen grundlegenden und innovativen Wandel unserer Mobilitäts-, Energie- und Nahrungsmittelsysteme", sagte EUA-Geschäftsführer Hans Bruyninckx.

Das EU-Parlament wollte am Mittwoch die Vorgaben für Höchstmengen beim Ausstoß von Schadstoffen verschärfen. Dabei geht es etwa um Feinstaub und die von Dieselfahrzeugen ausgestoßenen Stickoxide. Die neuen Höchstmengen sollen in den Mitgliedstaaten bis 2020 beziehungsweise 2030 eingehalten werden. (APA, 23.11.2016)

  • Die Luftqualität in Europa hat sich zwar verbessert, dennoch sind noch immer viele Menschen schädlichem Feinstaub ausgesetzt, etwa hier in der polnischen Stadt Warschau.
    foto: wikipedia/radek kołakowski/(CC-Lizenz)

    Die Luftqualität in Europa hat sich zwar verbessert, dennoch sind noch immer viele Menschen schädlichem Feinstaub ausgesetzt, etwa hier in der polnischen Stadt Warschau.

  • Europakarte eingefärbt nach Zahl der vorzeitigen Todesfällen pro 100.000 Einwohner.
    grafik: apa

    Europakarte eingefärbt nach Zahl der vorzeitigen Todesfällen pro 100.000 Einwohner.

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