TU Graz verdreifachte Frauenanteil in Leitungsfunktionen

23. November 2016, 12:46
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Vizerektorin: "Anstrengungen bei Professuren nicht nachhaltig, wenn die höchsten universitären Ebenen ausgelassen werden"

Graz – Der Anteil von Frauen bei den Professuren an Universitäten steigt nur langsam. Die Technische Universität (TU) Graz hat in den vergangenen Jahren zehn Professorinnen an Bord geholt, die Quote liegt aber noch immer unter zehn Prozent. In der Universitätsleitung konnte der Frauenanteil in drei Jahren jedoch auf rund 23 Prozent verdreifacht werden, sagt Vizerektorin Claudia von der Linden.

"Die Anstrengungen bei den Professuren sind nicht nachhaltig, wenn die höchsten universitären Ebenen ausgelassen werden", so die Vizerektorin. Hier hat das österreichweit erste Karrieremanagement-Projekt für Wissenschafterinnen in Leitungspositionen an der TU Graz angesetzt. "Es geht um einen Kulturwandel, der Männer und Frauen an der Universität die gleiche Freiheit zur individuellen Entfaltung gewährleisten soll." Und dazu gehöre auch, in den höchsten universitären Gremien mitarbeiten zu können.

Dreijähriges Karrieremanagement-Projekt

Konkretes Ziel des dreijährigen Projektes war es, hochkarätige Wissenschafterinnen an die Arbeit in den universitären Leitungsgremien heranzuführen. Von der Linden: "Da ist in den vergangenen drei Jahren wirklich viel passiert: In der Leitung der Fakultäten, und unseren 'Fields of Expertise', sowie im Senat hat sich der Frauenanteil wesentlich erhöht. Angepeilt war eine Verdoppelung, wir haben eine Verdreifachung geschafft." Waren zuvor nur rund acht Prozent der Forscherinnen in leitenden Funktionen des Universitätsmanagements tätig, sind es nun 23 Prozent.

Im Senat sei es zu einer Verdoppelung der Frauen gekommen: von 26 Personen sind nunmehr zwölf weiblich. In den sieben Fakultäten wurden zwei Forscherinnen zu stellvertretenden Dekaninnen gewählt und vier Positionen zur Organisation der Studien sowie des Lehr- und Prüfungsbetriebs auf Fakultätsebene von Frauen besetzt. Auch in den fünf Forschungsschwerpunkten (Fields of Expertise) sind zwei Wissenschafterinnen in Leitungspositionen.

Im Rektorat der TU Graz sind zwei von vier Mitgliedern weiblich, an die Spitze der Universität hat es – anders als an der TU Wien – aber noch keine Frau geschafft. Der Anteil der Frauen unter den Studierenden der TU Graz liegt zurzeit bei 22,8 Prozent. Unter den AnfängerInnen liegt er höher, nämlich bei 28 Prozent. (APA, 23.11.2016)

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