Werbebranche warnt vor Ausweitung der Werbesteuer auf Online

23. November 2016, 11:36
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Werbeklima-Index zeigt verhalten positive Stimmung – Keine Sonderkonjunktur durch Hofburg-Wahlkampf

Wien – "Die Stimmung in der österreichischen Kommunikationswirtschaft hat sich verbessert. Der Wifo-Werbeklimaindex ist von 13 Punkten im Juli auf 16 Punkte im Oktober 2016 gestiegen. Die befragten Unternehmer sind zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage, sagt Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich.

Die Kommunikationsbranche blicke "verhalten zuversichtlich" auf die kommenden Monate. Vor dem Hintergrund einer leichten Verbesserung der internationalen und der österreichischen Konjunktur dürfte sich die Werbe- und Kommunikationsbranche mittelfristig etwas stärker als zuletzt, aber immer noch verhalten entwickeln.

"Die österreichische Kommunikationswirtschaft befindet sich nach wie vor in einer Phase vergleichsweise verhaltener Konjunktur", kommentiert Werner Hölzl, Ökonom des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die aktuellen Ergebnisse. Wichtige Teilkomponenten des Werbeklimaindex, vor allem jene, die die Entwicklung in den kommenden Monaten betreffen, würden weiter unter ihrem langjährigen Durchschnitt liegen.

Gegen Ausweitung der Werbeabgabe auf Online

Sery-Froschauer nahm die Präsentation am Mittwoch auch zum Anlass, einmal mehr vor einer Ausweitung der Werbeabgabe auf den Online-Bericht zu warnen. "Auf Online bitte keine Steuern", so ihr eindringlicher Appell an die Politik. Und überhaupt müsse die Werbeabgabe "natürlich" weg, bekräftige sie eine langjährige Forderung der Branche. Mit dem jüngst finalisierten Finanzausgleich wurde diese Steuer freilich erneut bis auf Weiteres einzementiert. FV-Geschäftsführer Markus Deutsch sieht dennoch Verhandlungsspielraum, da nun zumindest der allgemeine Verteilungsschlüssel für Steuern zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zum Tragen komme.

Keine Sonderkonjunktur durch BP-Wahlkampf

Eine allfällige kleine Sonderkonjunktur durch den ungewöhnlich langen Bundespräsidenten-Wahlkampf sehen die Wirtschaftsforscher nicht. Deutsch findet es aber positiv, dass die Plakate der Kandidaten medial stark rezipiert werden: "Uns freut das, weil das ein Beweis ist, dass das 'alte' Plakat nicht outfashioned ist, sondern hochmodern." Dass die Branche generell einen wahlkampfgetriebenen Schub erlebt, sei aber schon deswegen nicht zu erwarten, als es bei der BP-Wahl ja keine Wahlkampfkostenrückerstattung gebe.

Forcieren will der Fachverband Ausbildungsinitiativen für den digitalen Sektor. Sehr erfreut zeigte sich Sery-Froschauer in diesem Zusammenhang über eine Initiative der Salzburger Kollegen, die gemeinsam mit dem dortigen Wifi neue Lehrgänge zum "digital expert" entwickelt haben. (red, APA, 23.11.2016)

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