Expertengruppe empfiehlt Clinton Wahlanfechtung

23. November 2016, 10:49
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Informatiker glaubt an Manipulation von elektronischen Wahlmaschinen in Pennsylvania, Wisconsin und Michigan

Washington/Wien – Ein Experte für Computersicherheit glaubt an Wahlmanipulationen bei der US-Präsidentschaftswahl am 8. November. J. Alex Halderman, Professor für Computerwissenschaften an der Universität von Michigan, will Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in drei Bundesstaaten gefunden haben. Gemeinsam mit Juristen forderte er nun das Team der Wahlverliererin Hillary Clinton auf, eine Neuauszählung in den Staaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin zu beantragen.

Halderman will herausgefunden haben, dass Clinton in jenen Bezirken, in denen eine elektronische Abstimmung mit Wahlcomputern durchgeführt wurde, deutlich schlechter abschnitt als in jenen, in denen Stimmzettel verwendet wurden. Stichhaltige Beweise für eine Manipulation legte das Team bisher nicht vor. Für Anfang nächster Woche soll ein detaillierter Bericht an die Bundesbehörden vorbereitet werden, berichtete der "Guardian" unter Berufung auf zwei involvierte Personen.

Clinton bräuchte Pennsylvania, Wisconsin und Michigan

Trump hatte in Pennsylvania und Wisconsin knapp gewonnen, in Michigan liegt noch immer kein Ergebnis vor. Beim aktuellen Auszählungsstand verfügt Trump über 290 Wahlmännerstimmen, während Clinton nur 232 erreichte. Würden bei einer Neuauszählung die zwanzig respektive zehn Wahlmännerstimmen aus Pennsylvania und Wisconsin zu Clinton wechseln und sie überdies die 16 Stimmen aus Michigan gewinnen, würde dies doch noch für einen Wahlsieg der demokratischen Kandidatin reichen.

Die Gruppe um Halderman ist bisher nicht offen in der Angelegenheit aktiv geworden, sondern hat lediglich mit ihrer Einschätzung bei Clintons Wahlkampfmanager John Podesta lobbyiert. Halderman hatte schon vor der Wahl über manipulationsanfällige Systeme gesprochen.

Ob Clinton eine Anfechtung in Erwägung zieht ist nicht bekannt. Vor der Wahl hatte sie sich bei einer TV-Debatte mit Trump darüber beschwert, dass er sich für den Fall seiner Niederlage die Option einer Prüfung der Wahlergebnisse offengelassen hatte. In Wisconsin läuft die Frist für eine Anfechtung am Freitag ab in Pennsylvania am Montag, in Michigan nächsten Mittwoch. (red, 23.11.2016)

  • Hillary Clinton, Wahlverliererin.
    foto: reuters/roberts

    Hillary Clinton, Wahlverliererin.

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