Südkorea und Japan unterzeichneten Militärabkommen zu Nordkorea

23. November 2016, 08:25
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Für Austausch geheimdienstlicher Informationen

Seoul – Südkorea und Japan haben im zweiten Anlauf ein umstrittenes Militärabkommen unterzeichnet. Dank des Pakts kann Südkorea direkt mit Japan geheimdienstliche Informationen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm austauschen, ohne dafür über seinen Bündnispartner USA zu gehen.

Das Abkommen wurde am Mittwoch von Verteidigungsminister Han Min-koo und dem japanischen Botschafter in Seoul, Yasumasa Nagamine, unterzeichnet, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte. Beide Länder wollten bereits vor vier Jahren das Abkommen zur Allgemeinen Sicherheit militärischer Informationen (GSOMIA) schließen. Das Vorhaben wurde jedoch auf Wunsch Seouls verschoben, weil es im eigenen Land ernste Bedenken dagegen gab. Die japanische Kolonialherrschaft über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 wird von den Koreanern noch heute als tiefe Schmach empfunden.

Auch diesmal gab es in Südkorea Widerstand gegen das Abkommen. Die Oppositionsparteien warfen der Regierung der wegen eines Korruptionsskandals politisch angeschlagenen Präsidentin Park Geun-hye vor, GSOMIA ohne Rücksprache mit den Parteien bewilligt zu haben. Die Regierung argumentierte, der Zugriff auf Informationen von japanischen Satelliten und anderen Beobachtungssystemen sei notwendig, um sich besser gegen Bedrohungen durch Nordkorea schützen zu können. (APA, 23.11.2016)

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