China will wirtschaftliche Integration in Asien vorantreiben

23. November 2016, 08:17
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Nach der TTP-Absage von Donald Trump könnte Peking ein konkurrierendes Abkommen pushen

Peking/Berlin – China will nach der vom designierten US-Präsidenten Donald Trump geplanten Aufkündigung des Pazifik-Freihandelsabkommens TPP die wirtschaftliche Integration der Region vorantreiben. Sein Land sei offen für alle Vereinbarungen, die den freien Handel förderten, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Mittwoch in Peking.

In diesem Prozess werde China einen eigenen Beitrag leisten und "seine eigene Rolle" spielen. Freihandelsabkommen sollten nicht politisiert oder aus der Perspektive der Geopolitik betrachtet werden. Die Regierung in Peking hat TPP eher als Teil der US-Bemühungen angesehen, China von der Aufstellung weltweiter Handelsregeln auszuschließen.

Japan und Australien wollen TTP auch ohne USA

China könnte die Verhandlungen über das konkurrierende RCEP-Abkommen (Regional Comprehensive Economic Partnership) vorantreiben. Dabei geht es im Gegensatz zu TPP eher um den traditionellen Abbau von Zöllen und weniger um die Öffnung der beteiligten Volkswirtschaften. Japan und Australien, die wichtigsten US-Verbündeten in Asien, streben an, das TPP-Abkommen auch ohne die USA voranzutreiben.

Trump hat die Transpazifische Partnerschaft (TPP) als "potenzielles Desaster" für die USA bezeichnet. Er kündigte an, das von den USA unterschriebene, aber noch nicht ratifizierte Abkommen, am ersten Tag seiner Amtszeit aufzukündigen. Stattdessen werde er bilaterale Handelsverträge schließen und mit deren Hilfe Arbeitsplätze zurückholen. Produktion und Forschung müssten wieder in den USA stattfinden.

China zuversichtlich

Zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen mit den USA unter Trump hat sich die chinesische Führung indes optimistisch gezeigt. Die Pläne Trumps mit Blick auf China seien zwar noch unklar, sagte Vizeregierungschef Wang Yang am Dienstag. Der große Enthusiasmus der US-Wirtschaft gegenüber dem Handel mit seinem Land stimme ihn aber zuversichtlich, sagte Wang. China ist nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde.

Auch Präsident Xi Jinping hatte sich bereits ähnlich geäußert und betont, man setze auf gute Beziehungen zu den USA auch unter dem neu gewählten Präsidenten. Trump hatte China im Wahlkampf scharf kritisiert. (Reuters, 23.11.2016)

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