24-Jähriger in Deutschland wegen Internetkriminalität vor Gericht

22. November 2016, 17:43
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Zahlreiche Anklagepunkte – Besonders einem Youtuber soll er das Leben schwer gemacht haben

Computerbetrug, Datenmissbrauch, Volksverhetzung, Gewaltdarstellung, Verbreitung von Kinder- und Tierpornografie – die Liste der Anklagepunkte gegen einen 24-Jährigen in Deutschland ist lang. Der Mann muss sich wegen zahlreicher Straftaten seit Dienstag vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Besonders einem YouTuber aus Franken soll er das Leben schwer gemacht haben.

Noch vor Prozessbeginn hatten sich Gericht, Anklage und Verteidigung auf einen Strafrahmen verständigt: Wenn der 24-Jährige ein Geständnis ablegt, könnte er zu einer Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten und viereinhalb Jahren verurteilt werden. Der Angeklagte machte daraufhin bei der Polizei eine umfangreiche Aussage.

Ließ Schweineinnereien und Chemikalien verschicken

Die bayerische Spezialstaatsanwaltschaft für Internetkriminalität – die sogenannte Zentralstelle Cybercrime – in Bamberg wirft dem Mann Straftaten verschiedenster Art zwischen Jänner 2015 und Februar 2016 vor: Der 24-Jährige soll beispielsweise unterschiedlichste Dinge im Internet bestellt haben und an Menschen schicken lassen, die davon nichts wussten – von Schweine-Innereien über getragene Socken und bis zu Gegenständen mit rassistischem Bezug und Chemikalien zum Bombenbau.

Swatting

Vor allem einem YouTuber aus Franken soll er so das Leben schwer gemacht haben. Zum Teil zusammen mit Komplizen soll er auch einen falschen Notruf abgesetzt und so einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz bei dem Videomacher ausgelöst haben. Die Ermittler nennen dies "Swatting" (von der amerikanischen Abkürzung SWAT für eine Spezialeinheit). Laut Anklage schickte er mit Verweis auf den YouTuber zudem eine Bombendrohung an die Lufthansa und zeigte den Mann zu Unrecht wegen Vergewaltigung eines Kindes an.

Um Geld zu verdienen, soll der 24-Jährige im Internet zahlreiche Computer, Kameras und andere Elektrogeräte bestellt haben, die nicht bezahlt wurden und an andere Empfänger gingen. Dafür bekam er Provisionen. Über den anonymen Bereich des Internets ("Darknet") wurden diese Waren dann ins Ausland weiterverkauft. Der Angeklagte soll zudem gegen Flüchtlinge und Muslime gehetzt und Hinrichtungs-Videos und Kinderpornografie veröffentlicht haben. Für den Prozess sind zahlreiche Termine bis Ende April 2017 geplant. (APA, 22.11.2016)

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