EU-Kommission will Start-ups zu "globaler Erfolgsgeschichte" machen

22. November 2016, 16:45
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Katainen: 400 Mio. Investitionen für besseren Zugang zu Risikokapital-Fonds – Leichtere Möglichkeit zur "zweiten Chance" – Bürokratieabbau

Die EU-Kommission will Start-up-Unternehmen wesentlich stärker fördern. Der Vizepräsident der EU-Kommission Jyrki Katainen erklärte am Dienstag in Straßburg, die "Start-ups von heute sollen zu einer globalen Erfolgsgeschichte morgen werden". EU-Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienkowska sagte, derzeit könnten Start-ups nicht alle Vorteile der Möglichkeiten des gemeinsamen Marktes nützen.

Katainen sagte, um Start-ups zu Wachstum zu verhelfen, müssten auch regulatorische Hindernisse abgebaut werden. Notwendig sei ein besserer Zugang zu Risikokapital-Fonds und auch eine "zweite Chance", wenn sich die Idee junger Unternehmer beim ersten Mal nicht durchsetzen konnte. "Es muss leichter werden, dass sie eine zweite Chance erhalten, ohne deswegen stigmatisiert zu sein, wenn ihre Idee beim ersten Durchgang nicht Erfolg hatte", so Katainen.

"Scale-up-Initiative"

Bienkowska betonte, neben der Förderung für die Start-ups gehe es auch um eine "Scale-up-Initiative", damit kleine Unternehmen rasch größer werden können. Europa müsse die "erste Wahl für große Geschäftsideen werden, die zu erfolgreichen Unternehmen heranwachsen können. Da geht es um Jobs, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit."

Konkret will die Kommission gemeinsam mit der EIB (Europäische Investitionsbank) einen "paneuropäischen Risikokapital-Fonds" schaffen. Die EU werde die Ecksteine für Investitionen mit einem Maximalbudget von 400 Millionen Euro bieten, und die Fondsmanager müssten noch die dreifache Summe generieren, um einen Gesamtbetrag von 1,6 Mrd. Euro an Risikokapital-Fonds auslösen zu können.

Einfachere Steuervorschriften für Start-ups

Außerdem sollte es einfachere Steuervorschriften für Start-ups geben. Eine Möglichkeit dazu sei die von der EU-Kommission bereits geplante gemeinsame Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlage (CCCTB – Common Consolidated Corporate Tax Base). Es sei auch eine Vereinfachung des Mehrwertsteuer-Systems angedacht sowie eine Best-Practice-Initiative, um Start-ups und Scale-ups zu fördern. Ein Scale-up ist ein Unternehmen, das kleinen Firmen bei der Erweiterung ihrer Geschäfte hilft.

In Österreich waren nach einer jüngsten Untersuchung des Gründungszentrums der Wirtschaftsuniversität Wien von den heimischen Start-ups nur 7,1 Prozent von Frauen initiiert. Bei der ersten Befragung 2015 waren es noch 15,5 Prozent gewesen. Auch im EU-Schnitt liegt der Frauenanteil bei 14,8 Prozent. Insgesamt sind drei Viertel der Start-ups bereits international unterwegs. Im Schnitt haben diese Kleinunternehmen 8,7 Mitarbeiter. (APA, 22.11. 2016)

  • Jyrki Katainen
    foto: apa

    Jyrki Katainen

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