Schrumpfender Merkur besitzt ein gewaltiges Tal

Video26. November 2016, 12:30
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Bisher in den Messenger-Daten übersehene Geländeformation ist rund 1.000 Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer tief

Washington – Der sonnennächste Planet tanzt mehrfach aus der Reihe: Er ist kleiner, dichter und älter als alle anderen im Sonnensystem. Außerdem schrumpft er, und das hat Folgen, die Thomas Watters von der Smithsonian Institution in Washington mit Kollegen nun im Fachblatt "Geophysical Research Letters" erläuterte: Der Prozess schuf auf der Südhalbkugel des Planeten ein gewaltiges Tal, das alle vergleichbaren Geländeformationen auf der Erde weit in den Schatten stellt.

foto: nasa/jhuapl/carnegie institution of washington/dlr/smithsonian institution
Die Falschfarbenaufnahme zeigt das riesige Tal in Blau- und Türkistönen.

Die Daten der Messenger-Sonde der Nasa enthüllten eine Struktur von rund tausend Kilometer Länge und bis zu zwei Kilometer Tiefe, also doppelt so tief ist wie der Grand Canyon. Die bis zu 470 Kilometer breite Mulde beginnt im Rembrandt-Becken, einen uralten Einschlagskrater und läuft dann immer breiter werdend weit über den Kraterrand hinaus. Umgeben ist das Tal von hohen Verwerfungen, die an manchen Stellen bis zu drei Kilometer über dem Talboden aufragen.

nasa.gov video

Laut Koautor Laurent Montesi von der University of Maryland existiert auf der Erde nichts Vergleichbares. Die Ränder des Tales stellen nach Ansicht der Forscher Stauchungsfalten dar, die während der Schrumpfung des Merkur kurz nach seiner Entstehung vor drei Milliarden Jahren emporgedrückt wurden, während der Bereich dazwischen absank. "Diese Art der Deformation auf dem Merkur ist anders als alles, was wir von der Erde kennen", erklärt Watters. "Es ist der erste Beleg für eine so großräumige Stauchung auf einem Planeten." (red, 26.11.2016)

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