Sigurdsson wird deutsche Handballer fix verlassen

22. November 2016, 15:21
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Erfolgstrainer wird mit Japan in Verbindung gebracht

Köln/Hamburg – Dagur Sigurdsson ist erleichtert, endlich haben all die Spekulationen ein Ende: Der Erfolgsgarant der deutschen Handballer verlässt die "Bad Boys" für ein Abenteuer in "Fernost". Seine Mission als Titeljäger des Deutschen Handballbundes (DHB) ist aber noch nicht beendet. "Jetzt wissen alle Bescheid, und wir können uns mit aller Energie auf die kommende Weltmeisterschaft konzentrieren", sagte der Isländer.

Bevor es den 43-Jährigen aus "persönlichen Gründen" im kommenden Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach Japan zieht, will der Europameistertrainer im Januar in Frankreich für einen goldenen Abschied sorgen. Damit die erfolgreiche Sigurdsson-Ära kein Intermezzo bleibt, muss DHB-Chefstratege Bob Hanning nun einen geeigneten Nachfolger finden. Als Top-Kandidaten werden Christian Prokop (SC DHfK Leipzig) und Markus Baur (TVB Stuttgart) gehandelt.

"Wir verlieren einen Weltklassetrainer und ich die Zusammenarbeit mit einem guten Freund", sagte Hanning, Vizepräsident des DHB. Er fügte voller Entschlossenheit an: "Aber in jedem Schicksal liegt auch eine Chance, und diese werden wir nutzen. Unser Ziel bleibt der Olympiasieg 2020." Trotz des angekündigten Abschieds ist Hanning nicht bange vor der WM: "Je schwieriger die Situation für Dagur ist, desto bessere Lösungen findet er."

Sigurdssons Vertrag beim DHB lief eigentlich noch bis 2020, eine Option ermöglichte ihm allerdings den vorzeitigen Ausstieg Ende Juni 2017. Nach der WM im Januar geht es voraussichtlich Richtung Japan, dort soll Sigurdsson den Handball-Exoten auf die olympischen Spiele 2020 im eigenen Land in Tokio vorbereiten. Im Gespräch ist ein mit fünf Millionen Euro dotierter Kontrakt bis 2024.

Auch private Gründe sind ausschlaggebend für den Abgang auf eigenen Wusch. Das Land der aufgehenden Sonne ist für Sigurdsson kein Neuland, das Engagement wäre keine Überraschung. Von 2000 bis 2003 war er Spielertrainer bei Wakunaga Hiroshima und gilt seitdem als glühender Japan-Fan.

Der künftige Bundestrainer tritt ein schweres Erbe an. Sigurdsson hatte die deutschen Handballer 2014 übernommen und zurück in die Weltspitze geführt. Im Januar wurde das DHB-Team in Polen sensationell Europameister, im Sommer gewann Deutschland in Rio de Janeiro Olympia-Bronze. Mit 41 Siegen aus 54 Spielen ist Sigurdsson erfolgreichster Bundestrainer der Geschichte. (sid, 22.11.2016)

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