Vorfall so nie stattgefunden: Presserat entschied gegen oe24.at

22. November 2016, 14:50
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Es ging um einen Bericht, wonach an einem Badesee ein Schwarzer einer Frau das Bikini-Oberteil weggerissen haben soll

Wien – Der Presserat hat in einem aktuellen Spruch festgestellt, dass oe24.at gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen hat. Es ging um einen Bericht, wonach an einem Badesee ein Schwarzer einer Frau das Bikini-Oberteil weggerissen haben soll. Tatsächlich hat aber der Presserat bei der zuständigen Landespolizeidirektion herausgefunden, dass dieser Vorfall so nie stattgefunden habe, teilte er am Dienstag mit.

Daher sei gegen die im Ehrenkodex geforderte "Korrektheit und Gewissenhaftigkeit bei Recherche und Wiedergabe von Nachrichten" verstoßen worden, außerdem gegen den "Schutz vor Pauschalverunglimpfungen und Diskriminierung", weil durch den Artikel Flüchtlinge pauschal verunglimpft und diskriminiert worden seien.

Die "Krone" hatte ebenfalls einen Bericht in dieser Causa gehabt, der Presserat sah aber keinen Ethikverstoß, "weil die Zeitung zwei Tage später über die tatsächlichen Umstände des Falles aufgeklärt hat". (APA, 22.11.2016)

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