Zusammengebraut: Fusionen in der Biergeschichte

Kolumne7. Dezember 2016, 13:52
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Die großen Brauer haben Monopoly gespielt – mit wenigen Folgen für die Biertrinker

Wer aus der Biergeschichte erzählt, beginnt gern bei den alten Ägyptern oder den alten Mesopotamiern. Ina Verstl und Ernst Faltermeier fangen viel später an – und fördern viel spannendere Storys zutage.

Die beiden Autoren haben in ihrem neuen Buch "The Beer Monopoly" (Fachverlag Hans Carl) nachgezeichnet, was sich in den letzten 25 Jahren auf dem internationalen Biermarkt getan hat: Vor aller Augen sind Megakonzerne entstanden, deren Entstehung und Struktur erstaunt – weil man nämlich immer nur im Einzelfall (etwa: Heineken übernahm Österreichs Brau-Union im Jahr 2003) hingesehen hat, nicht aber die weltweiten Wirkungen beachtet hat.

Monopolyspiel

Verstl und Faltermeier haben diese Zusammenschau jetzt vorgelegt. Im Rückblick erscheint klar, was in den 1990er-Jahren abgelaufen ist: Da haben die europäischen Brauer fasziniert auf die neuen Märkte Osteuropa, Russland und vor allem China geschaut.

Und dabei übersehen, dass sich die Konzentration der Branche in Südamerika mit der Fusion von Brahma und Antarctica 1999 zu Ambev zusammengebraut hat. Es ist spannend nachzulesen, wie daraus der Weltkonzern AB-Inbev wurde. Hat es bei dem Monopolyspiel Verlierer gegeben? Die Autoren sehen nur Foster's – und argumentieren, dass Konsumenten trotz aller Fusionen heute mehr Wahlfreiheit denn je haben (Conrad Seidl, 7.12.2016)

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