1860 München feuert Trainer Runjaic, degradiert Eichin

Video22. November 2016, 18:52
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Reaktion auf schwachen Start mit nur zwölf Punkten aus 13 Spielen

München – Erst machte Hasan Ismaik mit der Entlassung von Trainer Kosta Runjaic bei 1860 München tabula rasa, dann trat der Investor beim deutschen Zweitligisten als Hauptdarsteller bei der folgenden Pressekonferenz auf: Mit dem Hinauswurf von Runjaic nach nur 144 Tagen und der Abberufung von Thomas Eichin als Geschäftsführer hat sich der Jordanier erneut als Alleinherrscher beim ehemaligen Meister gezeigt.

Die Trennung vom Trainer beschloss Ismaik in seiner Funktion als Aufsichtsratschef über den Kopf von Eichin hinweg – und zwar bereits vor dem 1:1 (1:1) am Montagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dabei fand die eigentlich entscheidende Aufsichtsratssitzung erst nach dem Spiel statt. Eichin wurde seiner Funktion als Geschäftsführer enthoben, bleibt aber Sportdirektor.

"Die Leistung von Thomas Eichin war nicht auf dem Niveau, wie wir es erwartet haben", sagte Ismaik, "wir haben am meisten investiert, es kommt aber fast nichts heraus." Eichin müsse nun endlich "seine Aufgabe erfüllen". Runjaic, den Daniel Bierofka interimsmäßig ersetzen wird, habe nicht für die erhoffte Wende sorgen können, sekundierte Präsident Peter Cassalette. Ob Eichin, der sich dazu nicht äußern wollte, oder ein anderer Verantwortlicher einen neuen Trainer suchen soll, konnten die Bosse nicht erklären.

Bierofka hatte 1860 in der vergangenen Saison vor dem Abstieg gerettet, damals wegen fehlender Lizenz mit einer Ausnahmegenehmigung. Inzwischen hat der 37-Jährige immerhin die A-Lizenz. "Ich habe mir die Situation nicht ausgesucht, aber ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein helfen will", so der Ex-Profi.

sid
Aufsichtsratschef Hasan Ismaik wollte mit der Entscheidung zur Trainer-Entlassung nicht bis zur Sitzung des Gremiums warten.

Die ambitionierten Löwen, die mit Runjaic den Aufstieg in die Bundesliga anvisiert hatten, hinken den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Mit zwölf Punkten aus 13 Spielen belegen die Münchner nur Rang 14. Die Spitze um Tabellenführer Eintracht Braunschweig (27 Punkte), VfB Stuttgart (26) und Hannover 96 (24) ist schon weit entfernt. "Wir haben immer wieder auf die Wende gehofft", sagte Cassalette, die sei aber nicht gekommen.

Ismaik verlor sich indessen in Verschwörungstheorien. "Es arbeiten Personen gegen den Verein", sagte er, und diese wollten seine Klubanteile kaufen. Diese stünden aber nicht zum Verkauf. Nicht für die ihm gebotenen 40 Millionen Euro, "und auch nicht für vier Milliarden". Denn: "Der TSV ist mir ans Herz gewachsen. Ich bin jetzt Fan – und dafür gibt es keinen Preis." (sid, red 22.11.2016)

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