Pensionisten bekommen 100 Euro Einmalzahlung

22. November 2016, 10:08
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Jetzt ist es fix: Die Seniorenorganisationen haben durchgesetzt, dass jeder Pensionist einmal 100 Euro zusätzlich zur Pensionserhöhung erhält

Wien – Die Pensionisten bekommen nun doch eine stärkerer Erhöhung ihrer Bezüge. Der Ministerrat hat am Dienstag beschlossen, neben der ohnehin schon feststehenden Aufstockung um 0,8 Prozent 100 Euro zusätzlich zu vergeben. "Die ältere Generation hat sich diese Einmalzahlung verdient", erklärt Sozialminister Alois Stöger: "Für mich ist dieser Beschluss auch ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für die ältere Generation in diesem Land."

Die Kosten dieser Extrazahlung liegen bei insgesamt 179 Millionen Euro. Die PensionistInnen erhalten diesen Hunderter brutto für netto, Voraussetzung ist allerdings ein Aufenthalt im Inland. "Das ist auch deshalb gut eingesetztes Geld, weil vor allem Kleinverdiener diese Zusatzzahlung rasch in den Inlandskonsum fließen lassen und damit die wirtschaftliche Nachfrage erhöhen", erklärte Stöger.

Ferner beschlossen wurde eine leichtere Wiedereingliederung für Arbeitnehmer nach langem Krankenstand.

Jubel bei roten Pensionisten

Karl Blecha, Chef des SPÖ-Pensionistenverbands, schreibt sich die Einmalzahlung auf die Fahnen: "Der Pensionistenverband hat bereits im August, als feststand dass die statistische Pensions-Anpassung für 2017 nur völlig unzureichende 0,8 Prozent betragen wird, ein zusätzliches Plus für die Pensionisten gefordert. Unser Einsatz hat sich für jede Pensionistin und jeden Pensionisten ausgezahlt! Es gibt 100 Euro netto zusätzlich und zwar noch mit der Dezember Pension!"

Dieser zusätzliche Teuerungsausgleich sei richtig und wichtig, weil die Pensionisten von den Preissteigerungen gerade jetzt betroffen sind und das Geld daher auch jetzt brauchten.

Zurückhaltung bei schwarzen Pensionisten

Die Obfrau des ÖVP-Seniorenbundes, Ingrid Korosec, sieht darin allerdings nur einen "Teilerfolg", weil der Hunderter "weder gerecht noch nachhaltig" sei. Gerecht ist der Hunderter für Korosec deshalb nicht, weil ihn jeder bekommt, egal ob er 800 oder 3.000 Euro Pension hat. Und nachhaltig sei er nicht, weil die Einmalzahlung die Basis für künftige Pensionsanpassungen nicht erhöht, meinte die Seniorenbund-Obfrau.

Sie hatte eine Erhöhung um 1,3 Prozent bis zur Median-Pension von 1.050 Euro und darüber ein Prozent gefordert. Korosec betonte, dass die Seniorenvertreter mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) auch sehr gute Verhandlungen geführt hätten und dieser mit der prozentuellen Erhöhung "kein Problem" gehabt hätte.

Ärger bei jungen Liberalen

Anders sehen das die Neos. Deren Sozialsprecher Gerald Loacker argumentiert: "Dieser Zusatz-Hunderter zeigt die Verantwortungslosigkeit der Regierung gegenüber der jungen Generation. Es wird wieder einmal nur Klientelpolitik betrieben anstatt an die Zukunft und die Nachhaltigkeit des Pensionssystems zu denken."

Für Loacker sind die Hintergründe klar: "Dank dem Bank Austria Pensionsdeal hat die Regierung eine kurzfristige Verschnaufpause bei den ansteigenden Pensionsausgaben gewonnen. Statt vernünftige Vorschläge zu machen, wie man Menschen im Alter vor Armut schützen kann, wird den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen gestreut. Wer höhere Pensionen will, muss länger arbeiten. Leider fehlt der Regierung jedweder Mut dies den Menschen auch zu sagen. Es ist eben viel einfacher, auf Kosten kommender Generationen eine populistische Politik zu machen." (red, APA, 22.11.2016)

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