Einstiger BND-Chef nennt Staaten als gefährlichste Hacker

22. November 2016, 09:11
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Gerhard Schindler spricht in einem Interview davon, dass die meisten Angriffe staatlich organisiert sind

Der einstige BND-Chef Gerhard Schindler denkt, dass die meisten Angriffe auf IT-Systeme "einen staatlichen Hintergrund" haben. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung erklärt er, dass vor allem Staaten massenhaft Angriffe gegen Computernetzwerke fahren. Aber auch Kriminelle seien zunehmend besser, was das Ausnützen von "IT-Schlupflöchern" betreffe, so Schindler. Er spricht weiters davon, dass Geheimdienste zwingend "digitale Spuren" analysieren müssten, um im Kampf gegen den Terrorismus zu bestehen.

Snowden: "Verräter"

Den NSA-Whistleblower Edward Snowden bezeichnet Schindler als "Verräter", der sich "freiwillig" in die Hände Russlands begeben habe. Eine ähnliche Sicht pflegt auch der Chef des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen. Snowden selbst bestreitet diese Darstellung vehement. Schindler hatte nicht zuletzt wegen Erkenntnissen aus den Snowden-Enthüllungen seinen Hut nehmen müssen. So war im Zuge des NSA-Ausschusses des deutschen Bundestages Fehlverhalten des BND publik geworden.

Wechsel in Privatwirtschaft

Der ehemalige BND-Chef ist nun als Unternehmensberater tätig. Diese Tätigkeit habe er dem Kanzleramt mitgeteilt, in "geheimdienstlichen Dingen" herrsche weiter Verschwiegenheit. Der Wechsel zwischen Geheimdiensten oder Verfassungsschutzbehörden und Privatwirtschaft ist keine Seltenheit. In den USA sind derartige Karrieren gang und gäbe, aber auch in Deutschland und Österreich nehmen sie zu. (red, 22.11.2016)

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FAZ

  • Der einstige BND-Chef Schindler ist nun in der Privatwirtschaft aktiv
    foto: reuters/rehle

    Der einstige BND-Chef Schindler ist nun in der Privatwirtschaft aktiv

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