Militärmusik sucht Musikerinnen

21. November 2016, 18:27
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Das Sparprogramm beim Bundesheer ist vorbei – aber es hat Spuren hinterlassen. Jetzt sollen Frauen helfen, die Militärmusik wieder aufzubauen

Eisenstadt – Zwei Jahre nachdem der damalige Verteidigungsminister Gerald Klug die Militärkapellen kleingespart hat, bekommen sie nun wieder ihre volle Stärke. Leicht ist der Wiederaufbau nicht: "Das war schneller kaputtgemacht als es wieder aufgebaut werden kann", sagt Wolfram Baldauf, Landesobmann des Vorarlberger Blasmusikverbands.

Vor allem in den kleinen Bundesländern täte man sich nun schwer, wieder Profis für die Militärkapellen zu finden. Beispiel Burgenland: Die dortige Militärmusik will wieder ihre volle Spielstärke von 46 Mitgliedern erreichen und teilte daher in einer Pressekonferenz am Montag mit, dass sie auf der Suche nach zusätzlichen Musikern ist. Derzeit habe die Militärmusik 31 Mitglieder, sagte der Militärkommandant des Burgenlandes, Oberst Gernot Gasser.

Verkleinerte Kapellen

Aber das erschien vor zwei Jahren als zu viel, vom Ministerium wurde eine Obergrenze von 20 Musikern befohlen, von denen nur sechs eine permanente Stellung haben durften.

Nun darf jede der neun Militärkapellen wieder 15 Registerführer als Berufssoldaten haben. Die weiteren Musiker werden in der Regel auf 13 Monate beschäftigt. Sie bekommen durch die Registerführer nicht nur eine spezifische Musikausbildung, sondern auch infanteristische Grundausbildung, die jeder Soldat absolvieren muss.

Gekürzte Bezüge für Musiker

Das Problem: Viele der in den vergangenen zwei Jahren abgebauten Berufsmusiker sind inzwischen auf anderen Posten, etwa in der Heeresverwaltung – und wollen sich die Zusatzbelastung nicht mehr antun; noch dazu, wo diese nun schlechter entlohnt wird als früher.

Für die jungen Musiker, die sich für 13 Monate verpflichten, gibt es in den ersten Monaten das normale Taggeld für Grundwehrdiener, nach dem sechsten Monat fließen monatlich 1600 Euro.

Die Militärmusik, die sich vor allem aus jungen Musikern, die in ihrer Freizeit die Blasmusik pflegen, rekrutiert, will nun vor allem Frauen ansprechen. Quereinsteiger im Alter von 18 bis 40 Jahren mit entsprechender Qualitfikation will Militärkapellmeister Hans Miertl zum Vorspielen einladen. Die Militärmusik dient auch der Traditionspflege, weil es enge Wechselwirkungen mit anderen Blaskapellen gibt. (cs, APA, 22.11,2016)


  • Bald wieder in voller Stärke – und mit musikalischen Frauen aufgefüllt: Militärmusik
    foto: christian fischer

    Bald wieder in voller Stärke – und mit musikalischen Frauen aufgefüllt: Militärmusik

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