Arbeiter massiv ausgebeutet: Vorwürfe gegen Samsung, Panasonic

23. November 2016, 17:53
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Bericht des Guardian zeigt Todesdrohungen durch Vorgesetzte und einbehaltene Pässe bei Zulieferern der IT-Riesen

Ein neuer Bericht des Guardian wirft Samsung und Panasonic indirekt die Ausbeutung von Gastarbeiten in Malaysia vor. Zulieferer, aber auch Subunternehmen der IT-Konzerne sollen verbotene Praktiken durchführen und die meist aus Nepal stammenden Arbeiter ausbeuten. Migranten, mit denen der Guardian gesprochen hat, berichten etwa von zu niedrigen Löhnen, Todesdrohungen durch Vorgesetzte und versteckten Pässen. Letzteres verhindert, dass die Migranten in ihre Heimat zurückkehren, obwohl die meisten von ihnen dies wünschen.

Schleuser nehmen Pass ab

Die Arbeiter werden oft in Nepal angeworben, wo sie horrende Summen für den Arbeitsplatz bezahlen oder ein Arrangement mit den Schleusern eingehen, das sie oft mit monatelanger Arbeit noch nicht abbezahlt haben. Samsung und Panasonic haben angekündigt, die Fälle zu untersuchen und alle Zulieferer zu internationalen Standards verpflichtet zu haben. Ausbeutung ist in der IT-Zuliefererbranche keine Seltenheit. Auch Apple geriet wegen Partnerfirmen, die etwa auf Kinderarbeit setzen, in die Kritik.

Lohndumping

Das Lohndumping trägt dazu bei, dass die Gewinnspanne für Samsung und Co hoch bleibt, auch wenn die Geräte zu einem günstigen Preis verkauft werden. Malaysia gilt als einer der wichtigsten Arbeitsplätze im Bereich der Elektronik, ein Drittel aller Exporte des Landes stammen aus dieser Branche. (red, 23.11.2016)

  • Sasmung sieht sich mit Vorwürfen der Ausbeutung konfrontiert
    foto: apa/afp/yeon-je

    Sasmung sieht sich mit Vorwürfen der Ausbeutung konfrontiert

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