Djokovic: "Andy ist definitiv der Beste"

21. November 2016, 12:36
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Nach seinem Triumph bei den ATP-Finals wird die schottische Nummer 1 der Tenniswelt von allen Seiten mit Lob überhäuft

London – Die Gesichtszüge von Boris Becker wirkten eine gefühlte Ewigkeit wie eingefroren. Die Zeit schien am Sonntagabend stillzustehen für den 48-Jährigen, als er die Siegerehrung des neuen Weltmeisters Andy Murray in der Londoner o2-Arena fast regungslos beobachtete. Möglicherweise lief ein Film vor seinen Augen ab. Vielleicht schwang in diesen Momenten schon ein Stückchen Wehmut mit, denn Beckers Zukunft als Coach von Novak Djokovic scheint nach drei erfolgreichen gemeinsamen Jahren ungewisser denn je.

"Nein, nicht jetzt", sagte der hoffnungslos unterlegene Serbe nach dem 3:6, 4:6 im Endspiel des ATP-Saisonfinals gegen Murray auf die Frage, ob er etwas in Sachen Trainer zu verkünden habe. Seinem Dauerrivalen Andrew Barron Murray, Träger des Britischen Verdienstordens OBE (Order of the British Empire), servierte Djokovic nach der nicht nur gefühlten Wachablösung noch ein ultimatives Lob. "Andy ist definitiv der beste Spieler." Murray siegte heuer unter anderem in Wimbledon und bei Olympia in Rio, im Saisonendspurt gewann er 25 Partien hintereinander "Das ist etwas, was ich so nie erwartet hätte", sagte Murray.

"Stolz von Schottland"

Aus dem ewigen Zweiten, der als Kind einen Amoklauf an seiner Schule in Dunblane überlebte, ist längst ein Siegertyp geworden, und aus den "Fab Four", den phantastischen Vier mit Roger Federer, Rafael Nadal, Djokovic und Murray, ein Duo, das sich um die wichtigsten Titel balgt. "Stolz von Schottland", postete Murrays Mutter Judy nach dem grandiosen Jahresabschluss ihres Sohnes, während die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling über das "Andy-Märchen" twitterte: "Ich hatte fast vergessen, wie es ist, wenn ein Mensch gewinnt, dem man es wirklich, wirklich wünscht."

Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon jubelte über ihren "Tennis-König": "Was für eine Legende". Es spricht für Murray, dass er in den Momenten des Triumphs an die Rivalen von einst dachte. "Unser Sport wäre in einer noch besseren Situation, wenn Roger und Rafa bald wieder da wären. Sie sind sehr charismatisch, bewegen die Menschen", sagte er über die verletzten Kontrahenten Federer und Nadal. Doch Murray weiß auch, dass der Schweizer und der Spanier ein Stück Vergangenheit sind. Das Duell der näheren Zukunft heißt: Murray versus Djokovic. Beide sind 29 Jahre alt, der Serbe hat bisher 66 Titel geholt, der Schotte 44. "Ich bin dankbar, Teil dieses Duells zu sein", sagten beide. (red, sid, 21.11.2016)

  • Andy Murray stellt Novak Djokovic in den Schatten: "Das ist etwas, was ich so nie erwartet hätte".
    foto: reuters/childs

    Andy Murray stellt Novak Djokovic in den Schatten: "Das ist etwas, was ich so nie erwartet hätte".

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