Steiermark will bis 2022 für alle 100 Mbit/s

21. November 2016, 12:31
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Überarbeitete Förderprogramme sollen noch mehr Bundesgelder in die Grüne Mark holen

"Schnelles Internet für alle" soll in der Steiermark ab 2022 nicht mehr nur ein Werbeslogan, sondern Realität sein. Das Land Steiermark forciert den Ausbau des Breitbandinternets und setzt auf eine neue Partnerschaft mit der Energie Steiermark. Der Großteil der investierten Millionen werde aber aus dem Topf des Bundes kommen, teilte die halbe Regierungsmannschaft am Montag, in Graz mit.

Aus dem Topf der "Breitbandmilliarde"

Rund 70 Mio. Euro waren der Steiermark von den bisher ausgegebenen 300 Mio. Euro des Bundes aus dem Topf der "Breitbandmilliarde" zugesprochen worden. Ein "fairer Anteil", wie Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) betonte. 150 bis 400 Mio. Euro – je nach Technologie – werden in den kommenden Jahren noch nötig sein, um auf die angepeilten 100 Mbit/s für alle steirischen Haushalte bis 2022 zu kommen. Neben den Geldern des Bundes steuert auch das Land Steiermark Fördermittel bei: In den vergangenen drei Jahren sollen es 15 Mio. Euro gewesen sein, wie Buchmann berichtete.

Die Energie Steiermark positioniert sich dabei nun als neuer Spieler am Markt der Internet-Anbieter. Vorstand Christian Purrer erklärte, dass man sowohl als Infrastruktur-Betreiber als auch als klassischer Provider auftreten werde, wobei Letzteres für spezielle Kunden vorgesehen sei. Vorzeigebeispiel ist etwa die Gemeinde Bad Blumau. Die Energie Steiermark hatte bereits ein Glasfaserkabel für den eigenen Bedarf in die Gemeinde gelegt. Die Verbindung reichte bis zu einem Kreisverkehr im Ort. Von dort bemühte sich der Bürgermeister um Grabungen bis zu den Feuerwehrhäusern der Gemeinde. Von dort aus steht WLAN mit 30 bis 50 Mbit/s zur Verfügung, wobei die monatlichen Kosten teils unter jenen der anderen Internetanbieter liegen. Für 100 Mbit/s wären nach derzeitigem Technologiestandard Glasfaserkabel bis zum Endkunden nötig.

"Smart Meter"

Die Energie Steiermark habe im Vorjahr eigenen Angaben zufolge rund 1 Mio. Euro Umsatz mit ihrem neuen Angebot gemacht, für 2016 würden es bereits rund 2 Mio. Euro sein, rechnete Purrer vor. Besondere Bedeutung werde das schnelle Internet für die Arbeit der neuen "Smart Meter" haben, die vom steirischen Energieversorger bis 2021 ausgerollt werden.

Das Land Steiermark will mit seiner Breitbandstrategie "Highway 2020" sein Förderprogramm schärfen, damit die Steiermark noch mehr Gelder vom Bund "abholen" kann. Synergieeffekte sollen stärker genutzt werden, etwa wenn Kanal oder andere Leitungen gegraben werden. Von den bisher eingesetzten Geldern aus der Breitbandmilliarde hätten 133 steirische Gemeinden profitiert. Für Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) gehe es beim Ausbau vor allem darum, dass sich im Land nicht zwei Entwicklungsstufen einschleichen: "Auch im ländlichen Raum soll es annähernd die gleichen Bedingungen wie in den Städten geben." Besonders die Konkurrenzfähigkeit der kleinen Unternehmen in den Regionen stehe im Fokus der Bemühungen. (APA, 21.11.2016)

  • Ein Rohr für Glasfaserkabel.
    foto: apa

    Ein Rohr für Glasfaserkabel.

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