Mehr als 30 Tote bei Selbstmordattentat in Kabuler Moschee

21. November 2016, 18:25
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Attentäter dringt während Feier in Moschee ein – Extremistenmiliz IS bekennt sich

Kabul – Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Montag mehr als 30 Menschen getötet worden. 35 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich in einer Erklärung über ihre Propagandaagentur Amak zu dem Anschlag. Zuvor hatten die radikalislamischen Taliban jede Verwicklung vehement bestritten. Man habe nie Moscheen angegriffen, sagte ein Sprecher.

Der Attentäter drang nach Angaben des Innenministeriums in die Moschee ein und zündete seinen Sprengsatz, als sich dort zahlreiche Gläubige zu einer Feier versammelt hatten.

Regierungschef Abdullah Abdullah verurteilte das Attentat als barbarisch. Der Angriff an einem heiligen Ort sei gegen die unschuldige Bevölkerung gerichtet gewesen, darunter auch Kinder. "Es ist ein Kriegsverbrechen und ein Akt gegen den Islam und die Menschlichkeit", schrieb Abdullah auf Twitter.

Die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind zwar in Afghanistan nicht so ausgeprägt wie etwa im Irak und in Syrien. Die auch am Hindukusch kämpfende sunnitische Extremistenmiliz IS hat sich aber in den vergangenen Monaten auch in Afghanistan zu Gewalttaten bekannt – etwa zu einem Anschlag auf eine schiitische Kundgebung im Juli, bei dem mehr als 80 Menschen getötet wurden. Die Taliban verüben meist Anschläge auf Sicherheitskräfte und Einrichtungen der Regierung sowie ihrer ausländischen Verbündeten.(Reuters, 21.11.2016)

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