May will britische Firmensteuern senken

21. November 2016, 10:04
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Die britische Premierministerin dringt darauf, die Körperschaftssteuer auf unter 15 Prozent zu drücken

London – Die britische Premierministerin Theresa May will einem Zeitungsbericht zufolge die Unternehmenssteuern auf den niedrigsten Satz der 20 größten Industrienationen senken. Möglicherweise wolle May die Körperschaftssteuer auf unter 15 Prozent drücken, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph" am Montag. Damit sollten Unternehmen aus anderen Ländern nach Großbritannien gelockt werden.

In Europa hat vor allem Irland mit niedrigen Steuersätzen internationale Konzerne angezogen. Viele Unternehmen in Großbritannien befürchten durch dem geplanten Austritt aus der Europäischen Union Nachteile. Auch der künftige US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf Firmen eine Absenkung des Steuersatzes auf 15 Prozent zugesagt.

Die britische Regierung will die Forschung und Entwicklung in den kommenden Jahren stärker fördern. Bis 2020 werde der Staat jährlich zwei Milliarden Pfund (2,3 Mrd. Euro) ausgeben, um insbesondere neue Technologien wie die Robotertechnik sowie die Bio- und Medizintechnik zu unterstützen, kündigte das Büro von Premierministerin Theresa May an. Am Montagnachmittag hält sie eine Rede vor dem britischen Industrieverband, wo sie die Pläne näher erläutern wird.

Reduktion der Schulden

May schrieb in der "Financial Times", die Regierung werde die Industrie weiter stärken, bleibe aber gleichzeitig der Senkung des Haushaltsdefizits verpflichtet. "Die Regierung wird ihre Aufgabe fortsetzen, das Defizit zu verringern und die Schulden zu reduzieren. Gleichzeitig werden wir mehr dafür tun, den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg Großbritanniens zu fördern." Bereits am Sonntag hatte die Regierung höhere Investitionen in die Infrastruktur angekündigt.

Der mit dem Regierungswechsel im Juli ins Amt gelangte Finanzminister Philip Hammond will am Mittwoch den Nachtragshaushalt im Parlament präsentieren. Dabei will er offenbar eine Abwendung von der strikten Sparpolitik seines Amtsvorgängers George Osborne verkünden. Probleme müssten "flexibler" angegangen werden, hieß es am Sonntag in der Erklärung seines Ministeriums.

Premierministerin May, die nach dem Brexit-Votum vom 23. Juni den konservativen Regierungschef David Cameron abgelöst hatte, hatte gefordert, dass alle Teile der Bevölkerung vom Wirtschaftswachstum profitieren müssten. (APA/Reuters, 21.11.2016)

  • Unternehmenssteuern sollen nach dem Willen von Theresa May auf unter 15 Prozent sinken, Forschung und Entwicklung sollen stärker gefördert werden.
    foto: apa/jack taylor

    Unternehmenssteuern sollen nach dem Willen von Theresa May auf unter 15 Prozent sinken, Forschung und Entwicklung sollen stärker gefördert werden.

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