Frankreich: Festnahmen in Straßburg vereitelten Anschlag

21. November 2016, 15:51
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Verdächtige in Straßburg und Marseille gefasst – Straßburger Bürgermeister: Weihnachtsmarkt nicht Ziel

Paris – Die französische Polizei hat nach Behördenangaben einen Anschlag verhindert und sieben Verdächtige festgenommen. Die Personen im Alter zwischen 29 und 37 Jahren seien in Marseille und Straßburg gefasst worden, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve am Montag mit. Er ging dabei nicht näher auf die Anschlagspläne ein und verwies auf laufende Ermittlungen der Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

In der elsässischen Großstadt eröffnet am Freitag der weltbekannte Weihnachtsmarkt, der seit 1570 veranstaltet wird und den jährlich etwa zwei Millionen Menschen besuchen. Bürgermeister Roland Ries erklärte allerdings, der Markt sei nicht Ziel gewesen. Offensichtlich sei es bei den Anschlagsplanungen um die Region Paris gegangen.

"Den Weihnachtsmarkt zu streichen hieße Zugeständnisse an Daesh (die Terrormiliz Islamischer Staat) zu machen", sagte Ries. Der Weihnachtsmarkt von Straßburg werde einer der am besten gesicherten Orte Frankreichs sein, versprach der Vorsitzende der Metropolregion, Robert Herrmann.

Der zuständige Präfekt hatte Anfang des Monats gesagt, dass der Weihnachtsmarkt im Zweifel unterbrochen oder abgesagt werden könnte. Im Jahr 2000 war ein Attentat auf den Straßburger Markt verhindert worden. Eine algerische Gruppe hatte einen Sprengstoffanschlag geplant.

Cazeneuve zufolge stammen die Festgenommenen aus Frankreich, Marokko und Afghanistan und sind zwischen 29 und 37 Jahre alt. Die Operation sei das Ergebnis monatelanger Ermittlungen, bei denen Mitte Juni bereits fünf Menschen festgenommen wurden. Zwei von ihnen säßen inzwischen in Untersuchungshaft. Die Bedrohung durch den Terrorismus sei sehr groß, sagte der Minister. "Trotz unserer Maßnahmen kann man das Risiko nicht auf null senken." Seit Jänner seien bei Anti-Terror-Ermittlungen 418 Menschen festgenommen worden.

Frankreich wird seit dem vergangenen Jahr von einer Anschlagsserie erschüttert, der mehr als 200 Menschen zum Opfer gefallen sind. So töteten radikale Islamisten vor gut einem Jahr allein in Paris 130 Menschen.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hat ihre Anhänger immer wieder zu Anschlägen in Frankreich aufgerufen. Die Gruppe steht im Irak und in Syrien unter Druck, weil Offensiven gegen ihre Hochburgen Mossul und Raqqa begonnen haben. Experten zufolge steigt deswegen die Anschlagsgefahr im Westen. (APA/Reuters, 21.11.2016)

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