Umstrittener WADA-Chef Reedie wiedergewählt

20. November 2016, 14:57
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75-jähriger Funktionär für drei weitere Jahre im Amt – Finaler McLaren-Report wird am 9. Dezember veröffentlicht

Glasgow – Der umstrittene Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Craig Reedie, ist wiedergewählt worden. Auf der Sitzung des Stiftungsrates der WADA am Sonntag in Glasgow wurde die norwegische Sport- und Kulturministerin Linda Helleland zur Vize-Präsidentin gewählt. Der Brite Reedie tritt somit eine zweite dreijährige Amtszeit an.

In der vergangenen Woche hatte es Kritik an der Kandidatur Reedies gegeben. Da Reedie auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist, sieht Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah, der Präsident der Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC), einen Interessenskonflikt. Der Scheich, einer der einflussreichsten Sportfunktionäre, plädierte für eine neutrale Persönlichkeit an der Spitze der WADA.

Der 75-jährige Reedie ist seit der WADA-Gründung 1999 dabei und wurde 2013 als dritter Präsident gewählt. Er war heftig für die Vorgangsweise im russischen Doping-Skandal im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio kritisiert worden. Vor allem das Timing der teilweisen Veröffentlichung des sogenannten "McLaren-Reports", indem systematisches, vom Staat finanziertes Doping in Russland aufgedeckt wurde, wurde verurteilt.

Der komplette McLaren-Report wird nun definitiv am 9. Dezember veröffentlicht, wie der WADA-Generaldirektor Olivier Niggli am Sonntag bekannt gab. (APA, 20.11.2016)

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