Jubiläumsjahr zu Ende: Papst schloss Heilige Pforte

20. November 2016, 13:54
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Feierliche Messe mit neuernannten Kardinälen und 70.000 Gläubigen

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat am Sonntag die Heilige Pforte am Petersdom geschlossen und damit das am 8. Dezember 2015 begonnene "Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit" beendet. Das schwere bronzene Portal wird dann später wieder zugemauert.

70.000 Gläubige strömten zur Schließungszeremonie und zu einer Messe, die der Papst mit 16 neuernannten Kardinälen zelebrierte. Der Pontifex zog mit den neuen Kardinälen an der Spitze einer Prozession vor Beginn des Dankgottesdienstes in den Petersdom ein. Strengste Sicherheitsvorkehrungen wurden für die Zeremonie ergriffen. Das Areal wurde aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Über der römischen Innenstadt kreisten Polizei-Hubschrauber.

"Wir schließen heute die Heilige Pforte und danken Gott für diese außerordentliche Zeit der Gnade. Möge das Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit weiterhin in den Herzen der Gläubigen leben", so der Papst. Er dankte den vielen Menschen, die sich für den Erfolg des Jubiläumsjahres eingesetzt hatten.

Apostolisches Schreiben mit Bilanz des Jubiläums

Nach Vatikan-Angaben reisten mehr als 20 Millionen Pilger während des Heiligen Jahres nach Rom. Am Montag veröffentlicht der Papst ein Apostolisches Schreiben mit dem Titel "Misericordia et Miseria", in dem er eine Bilanz des Jubiläums ziehen will. Während des Heiligen Jahres wurde Gläubigen unter bestimmten Bedingungen ein vollständiger Erlass ihrer Sünden gewährt. Franziskus lud in den vergangenen zwölf Monaten Obdachlose, Häftlinge und Flüchtlinge in den Vatikan ein. Einer der Höhepunkte des Heiligen Jahres war die Heiligsprechung der Ordensfrau Mutter Teresa.

Unter den neuen Kardinälen, die der Papst am Samstag ernannte, waren fünf Europäer, vier Nordamerikaner, zwei Südamerikaner, drei Afrikaner, zwei Asiaten und ein Ozeanier. Vier der Purpurträger sind über 80 Jahre alt und damit bei einer Papstwahl nicht stimmberechtigt. Papst Franziskus übergab den neuen Kardinälen am Samstag beim Konsistorium im Petersdom das traditionelle rote Birett und den Kardinalsring.

Hohe Bedeutung des Syrien-Konflikts

Unter den neuen Kardinälen befindet sich der Nuntius in der syrischen Hauptstadt Damaskus, Erzbischof Mario Zenari (70), der auf seinem Posten bleiben wird. Darin zeige sich die hohe Bedeutung, die Papst Franziskus dem Syrien-Konflikt zuschreibe, hieß es im Vatikan. Auch der Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga (49), durfte sich unter die Purpurträger einreihen. Der Papst hatte 2015 die Zentralafrikanische Republik besucht. Aus dem mehrheitlich muslimischen Bangladesch wurde der Erzbischof von Dhaka, Patrick D'Rozario (73), zum Kardinal erhoben. Einzig der 87-jährige Sebastian Koto Khoarai, emeritierter Bischof von Mohale's Hoek in Lesotho, war nicht bei der Zeremonie anwesend. Zu den Nicht-Stimmberechtigten zählt auch der im Kommunismus in Albanien als Priester verfolgte Ernest Simoni (88).

Am Ende der Konsistoriumsmesse am Samstag besuchten Franziskus und die neuen Kardinäle den emeritierten Papst Benedikt XVI. im Kloster "Mater Ecclesiae" im Vatikan, in dem Josef Ratzinger lebt. Benedikt umarmte seinen Nachfolger Franziskus. Er umarmte und segnete außerdem jeden einzelnen Kardinal. (APA, 20.11.2016)

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