Suche nach Überlebenden in indischem Zugwrack eingestellt

Video21. November 2016, 14:48
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Zahl der Todesopfer steigt weiter – Fernzug möglicherweise wegen veralteter Schienen entgleist

Neu-Delhi – Nach dem Zugunglück im Norden Indiens ist die Zahl der Toten auf 146 gestiegen. Die Rettungskräfte befürchteten noch weitere Opfer in dem in der Nacht auf Sonntag im Bundesstaat Uttar Pradesh entgleisten Passagierzug. "Die tatsächliche Zahl der Toten wird noch höher sein, und es wird eine schwierige Aufgabe, alle Opfer zu identifizieren", sagte ein Regierungsvertreter.

Am Montag bargen die Rettungskräfte mit Hilfe von Spürhunden nur noch Leichen aus den ineinander verkeilten Wagen des Zugs. Am Nachmittag stellten sie die Suche nach möglichen Überlebenden ein. Knapp 180 Menschen waren am Montag noch im Krankenhaus, 60 davon in Lebensgefahr.

Es wird geschätzt, dass sich rund 2.500 Menschen in dem Zug befanden. Eine genaue Zahl liegt nicht vor, da viele ohne Reservierung oder schwarz reisten. Angehörige suchten am Unglücksort nach Spuren der Vermissten.

Suche nach Ursache

Über die Unglücksursache rätseln die Behörden noch. Aus dem Bahnministerium hieß es, dass veraltete Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten.

Der Patna-Indore-Express entgleiste kurz nach 3.00 Uhr Ortszeit in der Nähe der Ortschaft Pukhrayan. Mindestens 14 Waggons sprangen nach Angaben der örtlichen Behörden von den Schienen. Drei davon wurden völlig zerstört.

euronews (in english)

Fernsehbilder zeigten entgleiste und teilweise zerstörte Waggons. Die meisten Passagiere wurden vermutlich im Schlaf überrascht. Wie die Polizei mitteilte, wurden 75 Menschen schwer verletzt, 150 weitere erlitten leichte Verletzungen. Am Zielbahnhof in Patna warteten Familien von Reisenden des Unglückszugs auf Informationen.

Bahnminister Suresh Prabhu kündete eine umfassende Untersuchung des Unfalls an. "Wir werden so hart wie möglich gegen diejenigen vorgehen, die für den Unfall verantwortlich sein könnten", schrieb er auf Twitter. Das Ministerium teilte mit, Prabhu sei auf dem Weg zur Unfallstelle. Premierminister Narendra Modi sprach den Betroffenen sein Beileid aus und kündigte finanzielle Hilfen an.

Der Patna-Indore-Express verunglückte etwa auf der Hälfte seiner mehr als 1.400 Kilometer langen Strecke durch Nordindien, für die er laut Fahrplan 27 Stunden Reisezeit braucht. Regulär hat der Zug 21 Waggons und fasst deutlich mehr als 1.000 Passagiere. Bahnsprecher Saxena zufolge hatte der Unglückszug 23 Waggons. Etwa 2.500 Menschen seien an Bord gewesen.

Indiens Züge transportieren jeden Tag rund 23 Millionen Menschen in etwa 12.000 Zügen. Das gigantische Schienennetz wird oft als "Lebensader der Nation" bezeichnet, da Inder aller Kasten und Klassen es benutzen. Das Netz wurde von den britischen Kolonialherren gebaut, um Handelsgüter wie Baumwolle zu den Häfen zu schaffen. Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurden kaum neue Gleise verlegt, da die Bahn damit beschäftigt ist, das vorhandene Netz zu erhalten. Jedes Jahr kommt es bei der indischen Bahn zu zahlreichen Unfällen mit vielen Toten. (APA, 21.11.2016)

  • Mindestens 14 Waggons sprangen beim Zugunglück nahe Pukhrayan von den Schienen.
    foto: afp/sanjay kanojia

    Mindestens 14 Waggons sprangen beim Zugunglück nahe Pukhrayan von den Schienen.

  • Etwa 2.500 Menschen waren an Bord.

    Etwa 2.500 Menschen waren an Bord.

  • Bahnminister Suresh Prabhu kündigte eine Untersuchung an.
    foto: afp/sanjay kanojia

    Bahnminister Suresh Prabhu kündigte eine Untersuchung an.

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    grafik: apa
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