Chefs von Ägyptens Journalistengewerkschaft zu Haftstrafen verurteilt

19. November 2016, 13:20
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Sollen Regimekritikern Unterschlupf geboten haben

Kairo – Ein Gericht in Kairo hat die Spitzenvertreter der ägyptischen Journalistengewerkschaft zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Präsident Yahiya Kallash, sein Vize Khaled ElBalshy (Khalid Al-Balshi) und Generalsekretär Gamal Abdel-Rahim flüchtigen Journalisten Unterschlupf gewährt haben.

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. Die Verurteilten können für eine Kaution von umgerechnet etwa 615 Euro auf freiem Fuß bleiben, bis es eine endgültige Entscheidung gibt.

Die Journalisten-Vereinigung liegt seit einer Razzia am 1. Mai im Streit mit den Behörden. Damals waren in ihrem Hauptquartier zwei regimekritische Journalisten festgenommen worden, weil diese zu Protesten aufgerufen und Unwahrheiten verbreitet haben sollen. Die Polizei dagegen bestreitet, das Gebäude der Gewerkschaft gestürmt zu haben.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte das Verfahren gegen die Journalisten als "gefährliche Eskalation der ägyptischen Behörden" in ihrem Feldzug gegen die Meinungsfreiheit bezeichnet. (APA/dpa, 19.11.2016)

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