Hilfe für verhinderten Attentäter: Neues Verfahren in Frankreich

19. November 2016, 09:19
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Verfahren gegen 29-Jährigen im Zusammenhang mit geplantem Anschlag auf Kirche bei Paris eingeleitet

Paris – Eineinhalb Jahre nach der Festnahme des verhinderten Attentäters Sid Ahmed Ghlam hat ein französisches Anti-Terror-Gericht ein Ermittlungsverfahren gegen einen weiteren Verdächtigen eingeleitet. Dem 29-Jährigen werde Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Er wird demnach verdächtigt, Ghlam die Ausrüstung für einen Anschlag auf eine Kirche im Großraum Paris besorgt zu haben. Seine DNA wurde auf einer kugelsicheren Weste gefunden.

Auf Kaution frei

Der 29-Jährige wurde am Freitag einem Richter vorgeführt und zunächst gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Drei weitere Verdächtige, die auch diese Woche festgenommen worden waren, wurden ebenfalls freigelassen.

Ghlam, ein Student aus Algerien, war im April 2015 mit einer Schussverletzung am Bein in Paris festgenommen worden, nachdem er selbst einen Rettungswagen gerufen hatte. In seiner Wohnung wurde ein wahres Waffenarsenal gefunden. Der 25-Jährige soll einen Anschlag auf mindestens eine Kirche im Großraum Paris geplant haben.

Kirche als Anschlagsziel

Ghlam wird zudem verdächtigt, eine Frau im Pariser Vorort Villejuif ermordet zu haben – den Ermittlern zufolge hatte er dort eine Kirche als Anschlags-Ziel ausgemacht. Die 32-Jährige war erschossen auf dem Beifahrersitz ihres Autos gefunden worden, in dem auch DNA-Spuren des Verdächtigen entdeckt wurden. Möglicherweise wollte Ghlam ihr Auto stehlen.

Ghlam bestreitet, die Frau getötet zu haben. Er räumte aber ein, von Jihadisten im türkisch-syrischen Grenzgebiet einen Auftrag für einen Anschlag auf eine Kirche in Frankreich erhalten zu haben. Im Juli 2016 hatten zwei 19-Jährige, die sich zur Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannten, in einer Kirche in der nordfranzösischen Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray einen Priester ermordet.

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