Leipzig gewinnt in Leverkusen

18. November 2016, 22:40
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Rasenballsport gewinnt bei Bayer mit 3:2 und schiebt sich zumindest für einen Tag an die Spitze. Leverkusen verschießt Elfmeter, Baumgartlinger trifft ins eigene Tor

RB Leipzig sorgt im deutschen Fußball weiter für Superlative. Sieben Jahre nach seiner Gründung eroberte der Neuling durch ein hochverdientes 3:2 (1:1) bei Bayer Leverkusen erstmals die Tabellenspitze der Bundesliga und stellte mit dem sechsten Sieg in Serie zudem einen weiteren Rekord auf. Denn noch nie zuvor blieb ein Aufsteiger die ersten elf Saisonspiele ohne Niederlage. Leipzig ist ferner der erste ostdeutsche Bundesliga-Spitzenreiter seit Hansa Rostock im Jahr 1991.

Während die Sachsen zumindest bis Samstagabend auf Platz eins bleiben, tritt Leverkusen im Kampf um Champions-League-Plätze weiter auf der Stelle. Vier Tage vor dem wichtigen Gruppenspiel in der Champions League bei ZSKA Moskau und eine gute Woche vor dem Gastspiel bei Rekordmeister Bayern München muss die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt mit Platz acht vorlieb nehmen.

Baumgartlinger ins Falsche

Vor 27.752 Zuschauern in der nicht ausverkauften BayArena schossen Emil Forsberg (67.) und Kapitän Willi Orban (81.) die Sachsen an die Tabellenspitze. Zuvor hatten die Gastgeber einen Start nach Maß erwischt. Nach nur 70 Sekunden nutzte Kevin Kampl ein präzises Zuspiel von Nationalspieler Julian Brandt zu seinem ersten Saisontor. Die Führung der Hausherren hatte aber nicht lange Bestand. Denn nur drei Minuten später unterlief ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger im Anschluss an eine Ecke der Sachsen ein Eigentor zum Ausgleich. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) sorgte dann Brandt für die abermalige Führung der Gastgeber. Hakan Calhanoglu vergab in der 54. Minute zudem noch einen Foulelfmeter für die Werkself.

Vor dem Spiel hatten Chaoten eine Attacke auf den RB-Mannschaftsbus verübt. Einen Kilometer vor dem Stadion trafen Farbbeutel die Windschutzscheibe des RB-Gefährts. Zu Schaden kam niemand. Bayer-Sportchef Rudi Völler verurteilte den Vorfall bei Sky: "Ich weiß nicht, ob es welche von Bayer Leverkusen oder andere waren, aber das können wir natürlich nicht hinnehmen."

Schwung

Nach der turbulenten Anfangsphase ging es schwungvoll weiter, wenngleich klare Chancen zunächst Mangelware blieben. Lediglich aufseiten von Bayer verbuchte Charles Aranguiz in der 16. Minute noch eine gute Möglichkeit. Nachdem sich beide Teams 30 Minuten nahezu neutralisiert hatten, übernahm Leipzig aber nach und nach das Kommando. RB-Coach Ralph Hasenhüttl musste bereits nach einer halben Stunde den verletzten Abwehrspieler Marvin Compper durch Benno Schmitz ersetzen.

Als sich beide Teams schon auf die Pause eingerichtet hatten, wagte dann Brandt nach einem klugen Pass von Calhanoglu noch einmal einen Vorstoß und erzielte aus spitzem Winkel sein zweites Saisontor. RB-Torwart Peter Gulacsi sah in dieser Szene nicht gut aus.

Nach dem Seitenwechsel stemmten sich die Gäste nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Bayer, das einmal mehr auf seinen angeschlagenen Kapitän Lars Bender verzichten musste, hielt die Sachsen aber zunächst gut in Schach und verlegte sich seinerseits auf Konter. Nach einem vermeintlichen Foul von Stefan Ilsanker an Brandt, der es bei seinem Dribbling drauf angelegt hatte, entschied Schiedsrichter Felix Brych zum Entsetzen der Gäste auf Strafstoß. Calhanoglu scheiterte aber vom Punkt an Keeper Gulacsi. Forsberg überraschte dann wenig später mit einem Schuss aus rund 18 Metern Nationaltowart Bernd Leno, der beim Ausgleich nicht gut aussah. Orban machte dann per Kopf alles klar. Bei Leipzig spielten Sabitzer und Ilsanker durch. Bayers Baumgartlinger wurde in der Schlussphase ausgetauscht, Dragovic und Özcan saßen auf der Bank. (sid/red, 18.11.2016)

  • Marcel Sabitzer und Leipzig schwimmen weiter auf der Erfolgswelle.
    foto: reuters/rattay

    Marcel Sabitzer und Leipzig schwimmen weiter auf der Erfolgswelle.

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