Pixel-Handys: Google sperrte Nutzer wegen Weiterverkaufs

18. November 2016, 17:54
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User nutzten Steuerlücke für Profit aus und erhielten dafür "digitale Todesstrafe" – Accounts mittlerweile entsperrt

Weil sie Pixel-Smartphones an Händler weiterverkauft haben, hat Google die Konten zahlreicher Nutzer gesperrt. Die Betroffenen sollen die Geräte über das in den USA vom Internetkonzern betriebene Telekommunikationsprogramm "Project Fi" bezogen und gegen einen Gewinn von fünf Euro pro Gerät weiterverkauft haben.

Veräußert wurden die Telefone an einen Händler in New Hampshire, der sie seinerseits wieder mit Profit in Umlauf brachte. Möglich wurde dies offenbar durch die unterschiedliche Steuergesetzgebung in den einzelnen US-Bundesstaaten. In New Hampshire wird keine Verkaufssteuer eingehoben.

"Digitale Todesstrafe"

In den eigenen Richtlinien verbietet Google allerdings den Weiterverkauf der Geräte zu kommerziellen Zwecken, um Preistreiberei vorzubeugen. 200 Nutzer sollen laut Dans Deals in etwa von den Sperrungen betroffen gewesen sein. Das Vorgehen sorgte allerdings für Unmut, da nur kleine Mengen der Geräte auf diese Weise gehandelt worden waren und den Usern ohne Vorwarnung plötzlich der Zugang zu ihren Inhalten verwehrt war. Einer von ihnen empfand den Ausschluss als eine Art "digitale Todesstrafe".

Dazu schien sich Google bislang jahrelang nicht an dieser Praxis gestört zu haben. Der Händler soll bereits seit 2010 Google-Handys auf diesem Wege erworben haben, beginnend mit dem allerersten Nexus-Modell.

Rückzieher

Der Internetriese hat mittlerweile allerdings einen Rückzieher gemacht, schreibt der Guardian. Man habe nach einer Untersuchung nun "echte Konten", die nicht ausschließlich zum Zwecke dieser Verkäufe angelegt worden waren, wieder für ihre Besitzer geöffnet.

Laut Dans Deals seien viele der Betroffenen mittlerweile auf andere E-Mail-Lösungen umgestiegen, um ihre Abhängigkeit von Google für den Fall einer neuen Konfrontation zu mindern. Man empfiehlt außerdem, den Bestand der eigenen Daten bei Google regelmäßig über Google Takeout per Backup zu sichern. (gpi, 18.11.2016)

  • Google untersagt den Weiterverkauf seiner Geräte zu kommerziellen Zwecken.
    foto: derstandard.at/proschofsky

    Google untersagt den Weiterverkauf seiner Geräte zu kommerziellen Zwecken.

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