Leichenfund in Söll: Auch Frau des Opfers festgenommen

18. November 2016, 13:39
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Männlicher Tatverdächtiger schon vergangenen Freitag verhaftet

Söll/Innsbruck/München – Im Fall des in der vergangenen Woche auf einem Parkplatz an der Eibergstraße (B173) im Gemeindegebiet von Söll (Bezirk Kufstein) gefundenen Toten ist nun auch die Ehefrau des Opfers, eine 31-jährige Deutsche, festgenommen worden. Sie soll von der Tat gewusst und sie nicht verhindert haben, sagten die Ermittler am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Der Tatverdächtige, ein 28-jähriger Grieche, war bereits vergangenen Freitag in München festgenommen worden. Alle drei hätten sich gekannt und waren miteinander befreundet, berichtete Markus Kraus vom Polizeipräsidium München. Das Motiv für die Tat sei noch nicht restlos geklärt.

"Aber möglicherweise wollten der Tatverdächtige und die Frau zusammenkommen und den Mann deswegen aus dem Weg räumen. Vielleicht ging es aber auch um häusliche Gewalt, und der 28-Jährige wollte die Frau von ihrem Mann befreien", sagte Kraus.

Autoschlüssel als Spur

Ein Autoschlüssel, der bei der Leiche gefunden worden war, brachte die Ermittler letztendlich auf die Spur der Verdächtigen, sagte der Tiroler LKA-Chef Walter Pupp. Die Kriminalisten fanden das dazu passende Fahrzeug in Deutschland.

Auf den Ausleihpapieren sei sowohl der Name des Tatverdächtigen, als auch der Name seines späteren Opfers, ein 31-jähriger Grieche, verzeichnet gewesen. "Wir hatten also zwei Personalien und wussten nicht wer jetzt Täter und wer Opfer war", berichtete der deutsche Polizist.

Tat weitgehend eingeräumt

"Bei einer Hausdurchsuchung wollten wir zunächst das Opfer identifizieren, fanden dann aber eine Waffe, die zu der vermeintlichen Tatwaffe passte", schilderte Kraus. Der 28-Jährige konnte schließlich als Tatverdächtiger verhaftet werden. Beide Festgenommenen seien in der Zwischenzeit mehrfach vernommen worden.

"Der 28-Jährige räumt die Tat weitgehend ein", meinte Kraus. Und auch die Frau habe zugegeben, von der Tat gewusst zu haben. Bei der Tat selbst sei sie jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dabei gewesen.

Überstellung der Beschuldigten

"Beide Beschuldigten befinden sich derzeit in Übergabehaft in München", sagte Hansjörg Mayr von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Sie sollen "in nächster Zeit" nach Tirol überstellt werden. Wie lange die Tat bereits geplant war, sei noch nicht geklärt, möglicherweise jedoch schon seit mehreren Monaten.

Ein Lkw-Lenker hatte die Leiche am 7. November gegen 8.00 Uhr am Parkplatz "Steinerne Stiege" hinter der Leitschiene entdeckt. Daraufhin informierte er Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die wiederum Polizei und Rettung alarmierten. Der 31-Jährige dürfte in unmittelbarer Nähe des Auffindungsorts erschossen worden sein.

Die Polizei hatte mehrere Patronenhülsen bei der Leiche gefunden. Der Mann war direkt am Abgrund zur Eibergklamm abgelegt worden, Bäume hatten jedoch einen Absturz verhindert. "Wäre die Leiche in die Klamm gefallen, hätten wir sie vermutlich monatelang nicht entdeckt", meinte Pupp. (APA, 18.11.2016)

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