Gehaltserwartung bei Absolventen steigt

21. November 2016, 11:06
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2500 Euro brutto im Monat. Das bringt ein Vollzeitjob nach dem Studium im Durchschnitt. Techniker erwarten mehr und Frauen durch die Bank weniger

Nach der Umfrage der Career Services (CSA, Zusammenschluss von zehn österreichischen Universitäten) sind an den österreichischen Universitäten 2522 Euro das durchschnittliche Einstiegsgehalt brutto pro Monat für eine Vollzeitanstellung nach Abschluss eines Studiums. Der Unterschied zum Jahr 2013: Die Gehaltserwartung stieg um sechs Prozent. Die Angaben sind sehr realistisch, und vor allem auf die Fachbereiche aufgeteilt geben sie eine gute Orientierung für Jobeinsteiger, sagt Gudrun Schindler vom Alumniverband der Boku.

grafik: standard

Wer sich wie viel erhofft

Vergleicht man die Fachrichtungen, so erwarten Studierende der Ingenieurwissenschaften mit durchschnittlich 2817 Euro die höchsten Einstiegsgehälter, während Studierende der Geisteswissenschaften mit 2063 Euro die geringsten Erwartungen aufweisen. Das Mittelfeld bilden die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, jeweils 2421 Euro und 2497 Euro.

Die Rechtswissenschaften erhoffen sich 2616 Euro, und die Naturwissenschaften gaben im Durchschnitt ein Gehalt von 2601 Euro an. Im Vergleich der zehn Universitäten sind es daher auch die Studierenden der Technischen Universitäten, die die größte Erwartungshaltung mitbringen, denn rund 25 Prozent der Studierenden erwarten mehr als 3500 Euro brutto monatlich.

Frauen rechnen sich weniger zu

Die Grafik verdeutlicht auch die mit 484 Euro niedrigeren Erwartungen der weiblichen Studierenden. Wird die Frage nach Nettogehaltsangaben gestellt, so hatten die Befragten eine um 100 Euro höhere Erwartung im Vergleich zu den Bruttogehaltsangaben.

foto: apa

Bernhard Wundsam, Geschäftsführer des Uniport Karriereservice der Uni Wien erinnert, was vor den Gagenerwartungen kommt: Der Gender-Gap zeigt sich beispielsweise beim Kriterium der Zukunftsperspektiven bzw. Aufstiegsmöglichkeiten, das für Männer relevanter ist. Frauen wiederum nehmen eine ausgeglichene Work-Life-Balance als zweitwichtigstes Kriterium für sich in Anspruch.

Was neben dem Gehalt zählt

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Männer wie auch für Frauen von gleicher Wichtigkeit (an sechster Stelle von 34 Kriterien). Frauen legen allerdings mehr Augenmerk darauf, ob die Werte des Unternehmens mit den eigenen Werten übereinstimmen. Was den Verdienst anlangt, misst der akademische Nachwuchs dem Einstiegsgehalt im Vergleich nur eine durchschnittlich hohe Bedeutung bei. Wesentlicher ist hingegen die zu erwartende gute Gehaltsentwicklung bei der Wahl des Arbeitgebers. (kbau, 21.11.2016)

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