Trump: Kein Ansturm von Amerikanern auf Wiener Wohnimmobilien

19. November 2016, 12:00
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US-Bürger mit Auswanderungsgedanken zieht es zuerst nach Kanada und England

Die USA gelten nicht erst seit der Wahl als gespalten. Dass es durch die Entfremdung vieler Amerikaner vom neuen Präsidenten zu einem Exodus nach Europa kommen werde, bezweifeln aber heimische Immobilienmakler.

"Ich glaube nicht, dass Amerikaner nur wegen des Wahlergebnisses gleich alle Brücken abbrechen", sagt Christian Sommer, Geschäftsführer des Wiener Büros von Engel & Völkers. Für die US-Wirtschaft seien von Donald Trump zudem auch positive Signale gesendet worden.

Paris und Rom strahlen heller

Eine verstärkte Nachfrage aus Amerika nach Wiener Immobilien sei jedenfalls nicht zu bemerken. Wenn Amerikaner ihren Wohnsitz verlegen, würden sie zuerst an Kanada und Großbritannien denken. Auch Metropolen wie Paris und Rom hätten für US-Bürger mehr Strahlkraft als Wien.

Trotzdem gelte Österreich als attraktives Land, das mit Kultur und Natur punkten kann. "Oft haben Amerikaner auch familiäre Bande und fühlen sich mit Österreich emotional verbunden." Auch der seit 2014 zunehmend günstige Wechselkurs habe zu einer erhöhten Nachfrage aus den USA beigetragen.

In der Regel "keine ideologischen Gründe"

Die US-Kunden, die Engel & Völkers in Österreich betreut, dürfen zur Upper Class gezählt werden. In der Regel würden Käufer zwischen 800.000 und zwei Millionen Euro investieren. "Das hat in aller Regel private oder berufliche, aber nicht ideologische Gründe", sagt Sommer.

Von einem politisch motivierten Weggang aus den USA kann Ashley Arreola berichten. Die 33-jährige Amerikanerin, Vizepräsidentin von "Democrats Abroad" in Wien, sagt, ihr Entschluss, die Heimat zu verlassen, sei nach der zweiten Wahl von George W. Bush gereift. Warum sie Wien wählte? Ein leistbares Masterstudium, eine relativ günstige Miete, "und ich liebe die Bier- und Weinkultur und überhaupt die Kultur".

Wien: Sicher und sozial

Auch die Plattform "InterNations", ein Netzwerk für im Ausland Berufstätige, lobt Wien auf ihrer Website: "Die Unterschiede zwischen reichen und armen Stadtteilen ist deutlich weniger ausgeprägt als in Städten vergleichbarer Größe. Somit gibt es auch keinen Grund, bestimmte Bezirke auszuschließen, wenn man nach Wien zieht." (kap, 19.11.2016)

  • Die wenigsten Amerikaner würden wegen des Wahlergebnisses die USA verlassen, glaubt Christian Sommer von Engel & Völkers. Wenn doch, seien die ersten Ziele Kanada und das Vereinigte Königreich.
    foto: apa/afp/jim watson

    Die wenigsten Amerikaner würden wegen des Wahlergebnisses die USA verlassen, glaubt Christian Sommer von Engel & Völkers. Wenn doch, seien die ersten Ziele Kanada und das Vereinigte Königreich.

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