Schulz gegen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit Türkei

18. November 2016, 05:38
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EU-Parlamentspräsident: Einführung der Todesstrafe wäre automatisches Ende der Gespräche

Ankara/Straßburg – EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ist trotz des autoritären Kurses in der Türkei gegen einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen. "Sprachlosigkeit hat noch nie weitergeführt, sondern birgt eher die Gefahr weiterer Eskalation in sich", sagte der SPD-Politiker dem "Mindener Tageblatt" vom Freitag.

Mit einem Ende der Gespräche wäre laut Schulz nichts gewonnen. "Im Gegenteil, wir würden uns eines wichtigen Mittels berauben, um Einfluss zu nehmen auf die Entwicklung in der Türkei und die Dinge vielleicht zum Besseren zu wenden." Allerdings: "Klar ist: Sollte die Türkei die Todesstrafe einführen, wäre das automatisch das Ende der Beitrittsgespräche."

In der Türkei sitzen seit dem gescheiterten Militärputsch laut Medienberichten über 36.000 Menschen in Untersuchungshaft. Insgesamt hat die türkische Führung inzwischen mehr als 60.000 Menschen aus dem Staatsdienst entlassen. Opposition und Medien werden verfolgt. (APA, dpa, 18.11.2016)

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    foto: apa/florin
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