Gerhard Trumler: Temporäre Tätowierungen

18. November 2016, 11:26
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Der Fotograf hat die Verfhüllungen des Wiener Ringturms festgehalten

Türme, die sich phallisch aus dem Häusermeer einer Stadt erheben, zählen nicht erst seit Trumps Triumph zu den Insignien der Macht, sind sie doch weithin sichtbare Zeichen urbaner Moderne. "The only limit is the sky." Ein Beispiel, dass es auch anders geht, zeigen die Hausherren des Wiener Ringturms. Seit 2006 wurden Künstler eingeladen, den nicht gerade besonders schmucken Eckpfeiler der City zu verhüllen.

Dieses Großformat lässt den Tower "alle Jahre wieder" für ein paar Wochen zu einem wahren Leuchtturm mutieren. Intention dieser Initiative ist es, einen Dialog zwischen Ort und Raum, zwischen Kunst und Betrachtern zu fördern. Seit Anbeginn dieser Aktion hat der als Seismograph des in Vergessenheit geratenden, als Chronist des zu Bewahrenden bekannte Fotograf Gerhard Trumler diese Metamorphosen im Bild festgehalten.

In einer Ausstellung lässt der Bilderpoet und Lichtzauberer nun die letzte Dekade Revue passieren. Erinnert wird man, wie Arnulf Rainer, Attersee, Xenia Hausner, Tanja Deman, Laszlo Feher, Robert Hammerstiel, Schmalix, Sadovska et alii ihre Kunst im öffentlichen Raum positionierten.

Trumlers Fotos sind aber viel eher Augenschmaus als Dokumentation. (auen, 18.11.2016)

"Schau mir in die Augen, Großer. Verhüllungen 2006-2016". Zum Friedensrichter, Wien, 2., Obere Donaustr. 57. Ausstellung bis 7. 1. 17. Vernissage: Sa., 19. 11., 10.30

  • Verhüllungen von Ivan Exner (li.) und Arnulf Rainer.
    foto: gerhard trumler

    Verhüllungen von Ivan Exner (li.) und Arnulf Rainer.

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