Was den Zwergplaneten Pluto gedreht haben könnte

18. November 2016, 17:46
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Schwerkraftanomalie als Hinweis: Planetenforscher vermuten die Existenz eines unterirdischen Ozeans

Santa Cruz / Wien – Ein großes Herz, das mitten am Äquator liegt: Das ist die Tombaugh-Region, die auffälligste Struktur auf dem Zwergplaneten Pluto. Zwei ihrer Besonderheiten sind für Planetenforscher aber spannender. Die Region liegt erstens Charon gegenüber, Plutos größtem Mond. Man ging deshalb davon aus, dass die Gezeitenkräfte des Mondes die Tombaugh-Region durch ein Drehen und Kippen des Zwergplaneten an ihre jetzige Stelle gebracht haben.

Dem widerspricht aber die zweite Besonderheit der Region, die erst vor wenigen Monaten dank der US-Raumsonde New Horizons entdeckt wurde: Ein Teil des Herzens, die Ebene Sputnik Planitia, liegt vier Kilometer tiefer als ihre Umgebung.

Francis Nimmo (Universität von Kalifornien in Santa Cruz) und seine Kollegen haben in ihrer neuen Studie in Nature deshalb eine zusätzliche Erklärung parat: Es muss sich um eine Schwerkraftanomalie handeln, sprich: In der Gegend muss sich mehr Masse befinden. Was aber hat die positive Schwerkraftanomalie erzeugt? Die wahrscheinlichste Alternative ist spektakulär: ein verborgener Ozean. (tasch, 19.11.2016)

  • Schnitt durch die Region Sputnik Planitia: Dunkelblau der mögliche plutonische Ozean, hellblau die darüberliegende gefrorene Kruste.
    illustration: pam engebretson

    Schnitt durch die Region Sputnik Planitia: Dunkelblau der mögliche plutonische Ozean, hellblau die darüberliegende gefrorene Kruste.

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