Pleite von Baufirma GLS: Maximal 80 Jobs dürften erhalten bleiben

17. November 2016, 16:31
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Bis kommenden Dienstag wollen Banken über die Finanzierung des Unternehmens entscheiden

Perg – Für die insolvente Baufirma GLS mit Sitz in Perg in Oberösterreich ist der kommende Dienstag ein Lostag. Bis dahin wollen die Banken über die Finanzierung einer Fortführung des Unternehmens entscheiden. Nach einer Betriebsversammlung am Donnerstag beschrieb die zuständige Gewerkschaft Bau Holz die Situation der Mitarbeiter als "nicht schön, aber es schaut nicht so trist aus".

Die Firma hatte am 8. November Insolvenz angemeldet. In der Betriebsversammlung sei die Stimmung nicht schlecht gewesen, schilderte der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau Holz (GBH) Oberösterreich Harald Dietinger. Die Verunsicherung der 220 Beschäftigten wachse aber, zumal klar geworden sei, dass bei einer Fortführung nur eine "Schmalspurvariante" möglich sei. Somit sei man weit davon entfernt, dass die Hälfte der bisherigen Belegschaft weiterbeschäftigt werden könnte. "Wir reden von unter 80", sagte Dietinger.

20 bis 30 Beschäftigte hätten ihm bei der Betriebsversammlung mitgeteilt, dass sie bereits einen Arbeitsplatz in Aussicht hätten, andere wollen nicht bis Dienstag warten, sondern sich sicherheitshalber auch nach einer neuen Beschäftigung umschauen.

Belegschaft steht zu Firma

Bei der Gewerkschaft hätten sich Firmen gemeldet, die Personal aufnehmen wollen, und dazu konkrete Zahlen genannt. "Wenn diese Angebote auch nur zur Hälfte erfüllt werden, haben wir die gute Hoffnung, dass wir fast alle unterbringen", erklärte Dietinger.

Im Fall einer Fortführung müsse das Unternehmen schon darauf achten, dass es dafür genügend Mitarbeiter habe. Die Belegschaft stehe jedenfalls zu ihrer Firma, diese habe immer alles und pünktlich gezahlt, wurde der Gewerkschaft berichtet. Sollten nicht alle unterkommen, habe man noch immer die Zusage des Landes für Unterstützungsangebote, eventuell in Form einer Stiftung.

Gewerkschaft und Arbeiterkammer bemühen sich um die rasche Anmeldung offener Gehaltsforderungen beim Insolvenzentgeltfonds. Auch der Masseverwalter habe seine Unterstützung zugesagt. Offen seien Oktober-Löhne und Weihnachtsgeld.

Zur Auseinandersetzung von GLS mit der Asfinag wollte Dietinger nichts sagen, weil er darüber zu wenig wisse. Die Firma begründete den Schritt zum Insolvenzantrag mit Mehrkosten bei der Sanierung der Praterbrücke auf der Wiener Südosttangente (A23). Diese Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro werden von der Asfinag vehement in Abrede gestellt. (APA, 17.11.2016)

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