Frischzellenkur für die Augen

17. November 2016, 16:07
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Eine kombinierte Transplantation von Stammzellen und Hornhaut des Auges kann die Sehkraft der Patienten für mehrere Jahre wiederherstellen, zeigte eine Studie

Freiburg – Stammzellen erneuern kontinuierlich die Hornhaut des Auges. Werden Hornhaut und Stammzellen durch Krankheit oder Verletzung zerstört, kommt es zur Eintrübung der Linse und zu Sehstörungen. Forscher des Universitätsklinikums Freiburg konnten nun in einer Langzeitstudie zeigen, dass Patienten deutlich davon profitierten, wenn zusätzlich zur Spenderhornhaut auch die passenden Stammzellen übertragen werden.

Durch die sogenannte allogene Limbo-Keratoplastik – ein Verfahren, das seit 20 Jahren am Uniklinikum Freiburg angewandt wird – kann die Sehkraft der Patienten für mehrere Jahre wiederhergestellt und erhalten werden. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie, die Ende Oktober 2016 im Fachjournal "Eye" erschienen ist.

"Patienten ohne funktionstüchtige Stammzellen in der Hornhaut des Auges kann durch eine konventionelle Hornhauttransplantation nicht mehr geholfen werden. Durch die Limbo-Keratoplastik haben wir die Möglichkeit, ihre Sehkraft über einen langen Zeitraum zu verbessern", sagt Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Mögliches Problem: Abstoßungsreaktion

Insgesamt analysierten die Wissenschaftler die Entwicklung von 192 Patienten während der vergangenen zwei Dekaden. Das Ergebnis: "Bei vielen Patienten wurde durch die Operation die Sehkraft stabil über mehrere Jahre verbessert", sagt Reinhard. Die Überlebensdauer der Transplantate hing von der zugrunde liegenden Erkrankung ab und lag im Schnitt bei drei bis vier Jahren.

Funktionsstörungen der Hornhautstammzellen können angeboren sein, zum Beispiel bei Hornhautdystrophien oder Autoimmunerkrankungen. Auch Unfälle, wie Verätzungen oder Verbrennungen, können zum Funktionsverlust führen. Dadurch trübt die Hornhaut komplett ein, was die Sehfähigkeit deutlich einschränkt. "Durch eine spezielle Präparation des Spendergewebes können wir bei der Limbo-Keratoplastik auch Hornhaut-Stammzellen übertragen", erklärt Stefan Lang, Erstautor der Studie.

Dafür wird die Hornhaut seitlich am Auge entnommen, wo sich viele Stammzellen befinden und zentral auf dem Auge des Empfängers aufgebracht. Probleme können durch Abstoßungsreaktionen der Hornhaut oder der Stammzellen entstehen. Dies kann zum erneuten Eintrüben der Hornhaut führen und eine weitere Transplantation notwendig machen. Um die transplantierte Hornhaut lange am Leben zu halten, sollte im besten Fall eine grundlegende Unterdrückung der Immunabwehr und ein HLA-Matching angewendet werden, wie die Forscher betonen. Beim sogenannten HLA-Matching werden Spender- und Empfängergewebe vor der Tranplantation auf gegenseitige Verträglichkeit geprüft. (red, 17.11.2016)

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