NS-Verstrickungen: Akten bestätigen Vorwürfe gegen Welfen

17. November 2016, 14:11
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Ernst August von Hannover ließ das Familienarchiv öffnen und von Historikerin untersuchen

Hannover – Das von Ernst August von Hannover (33) geöffnete Familienarchiv belegt die Verstrickungen des Welfenhauses in der Nazi-Zeit. Sein Urgroßvater, Ernst August Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1887-1953), habe Ende der 1930er-Jahre große Investitionen in vormals jüdische Unternehmen getätigt, sagte Cornelia Rauh, Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Hannover.

Damit habe sich der Welfenchef am konzertierten Beutezug zu Lasten jüdischer Unternehmer beteiligt. Ernst August junior hatte vor einem Jahr mehr als 3.200 Akten zu Forschungszwecken dem niedersächsischen Landesarchiv übergeben, um die NS-Geschäfte seiner Familie untersuchen zu lassen.

Anstoß durch TV-Dokumentation

Hintergrund war die zuvor ausgestrahlte NDR-Dokumentation "Adel ohne Skrupel – Die dunklen Geschäfte der Welfen". Darin war von "Ernst Augusts unheilvoller Nähe zu den Nazis" die Rede. "Keiner der erhobenen Vorwürfe ist ganz falsch. Wir wissen jetzt mehr über die Hintergründe", sagte Historikerin Ruth.

Ernst August junior war es nach eigener Aussage "ein persönliches Anliegen, hier eine umfassende und professionelle Aufarbeitung zu ermöglichen". Der Chef von Schloss Marienburg sagte: "Es geht mir dabei vor allem um Glaubwürdigkeit und Transparenz". (APA, 17. 11. 2016)

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