Schweizer Start-up will Boarding beschleunigen

Video17. November 2016, 14:30
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Um die Einstiegszeiten zu verkürzen, setzt ein Schweizer Unternehmen auf softwaregesteuertes Boarding

Boarding dauert in der Regel zwischen zehn und 20 Minuten und ist damit auf der Kurzstrecke für ein Drittel bis zur Hälfte der Standzeit verantwortlich. Da Zeit auch bei Fluggesellschaften Geld ist, sind diese bestrebt, die Standzeiten zu verringern. Der entscheidende Faktor ist dabei die Dauer des Einsteigens.

Auch wenn der Einsteigeprozess so wichtig ist – noch niemand hat bislang die ideale Methode gefunden, die sowohl Airlines als auch Passagieren etwas bringt. In Europa wird vor allem auf Zufall gesetzt, wie Aerotelegraph.com schreibt: Die Passagiere steigen in einer zufälligen Reihenfolge ein. In den USA setzt man vor allem auf das Boarding nach Zonen. Dabei werden die Passagiere im hinteren Teil zuerst ins Flugzeug gelassen, dann die in der Mitte und dann die ganz vorne. Beide Methoden sind nicht ideal.

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Akademiker rund um den Erdball befassen sich seit längerem mit dem Thema. Meistens kommen sie zum gleichen Schluss. Zuerst die Fensterplätze zu belegen, mit Vorteil lückenweise von hinten nach vorne, geht am schnellsten. So macht es beispielsweise die so genannte Steffen-Methode, benannt nach dem Physiker Jason Steffen. Er lässt die Passagiere am Fenster zuerst einsteigen. Allerdings dürfen nicht alle nacheinander in den Flieger, sondern abwechselnd. Also zunächst etwa die Sitze 12A, 10A, 8A und 6A. Dann folgen die Reihen 11A, 9A und 7A. Dadurch haben die Passagiere mehr Platz und behindern sich nicht gegenseitig.

Software gesteuertes Boarding

Das Schweizer Start-up D Dyna hat nun eine neue Methode entwickelt, die darauf aufbaut. Anstatt die Sitzplätze im Voraus zuzuweisen, weist die Software D Dyna Board die Sitzplätze den Passagieren direkt am Gate zu. So kann die Reihenfolge der zugeteilten Plätze kontrolliert werden. Die Software kann das Boarding so steuern, dass sich die Passagiere sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. So soll die Einstiegszeit bei einem A320 mit 180 Passagieren von 17 auf elf Minuten verkürzen.

Sitzreservierung weiterhin möglich

Familien und Gruppen können dabei weiterhin zusammen sitzen. D Dynas Programm teilt ihnen einfach Plätze nebeneinander zu. Passagiere können zudem weiterhin Plätze bei der Buchung reservieren, falls sie das wünschen. Diese werden dann für diese Passagiere reserviert. Denn das soll auf die Boarding-Dauer keinerlei Einfluss haben. Selbst wenn ein Drittel aller Passagiere einen Platz auswähle, blieben genügend Optimierungsmöglichkeiten, heißt es. (red, 17.11.2016)

  • Die Einstiegszeit bei einem A320 mit 180 Passagieren soll sich dank D Dyna Board von 17 auf elf Minuten verkürzen.
    foto: getty images/pietro_ballardini

    Die Einstiegszeit bei einem A320 mit 180 Passagieren soll sich dank D Dyna Board von 17 auf elf Minuten verkürzen.

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