App ermöglicht Aufspüren von Duftstoffen, die Allergien auslösen

17. November 2016, 13:59
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Duftstoffe wie Isoeugenol und Citral gelten als allergen. Sie stecken in fast jedem zweiten Parfum und Deo, zeigt eine Analyse

Menschen möchten sich riechen können. Deshalb gibt es Dinge wie Badeöle, Gesichtscremes, Shampoos, Duschgels, Deos, Seifen, Zahnpasta und Parfums. Doch Achtung: 44 Prozent der Deos, 46 Prozent der Damen- und 37 Prozent der Herrenparfums enthalten potente oder hochpotente Allergene wie Evernia Furfuracea Extrakt, HICC / HMPCC, Citral oder Farnesol. Besonders auffallend: 65 Prozent der Unisex-Düfte enthalten die potenziell problematischen Stoffe. Das hat eine Analyse des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) ergeben.

"Bei Duftstoffen handelt sich um natürliche sowie synthetisch hergestellte Substanzen, die den Geruchseindruck von Produkten beeinflussen und ändern können," erklärt Silvia Pleschka, Chemikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des DAAB. "Duftstoffe werden in sehr vielen Alltagsprodukten eingesetzt. Sie können allergische Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz, Bläschen oder Schwellungen hervorrufen", ergänzt die Expertin.

Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes leiden mindestens eine halbe Million Deutsche unter einer sogenannten Kontaktallergie – eine Krankheit, die nur durch die konsequente Vermeidung des Allergieauslösers gelindert werden kann. In Österreich dürfte es etwa 50.000 Betroffene geben. Doch nicht nur Menschen mit Kontaktallergie sollten Duftstoffe meiden, wie Pleschka betont: "Asthmatiker, Menschen mit vielfacher Chemikalienunverträglichkeit und empfindliche Personen wie Babys, Kinder oder Schwangere sollten ebenfalls besser auf Kosmetika bzw. Produkte mit Duftstoffen verzichten."

Einfache Suche

Mit einer App können nun einzelne Produkte auf ihre Duftstoffen gescannt werden. Insgesamt wurden vom DAAB 26 natürliche und synthetische Duftstoffe identifiziert, von denen elf Stoffe als potent bzw. hochpotent allergen gelten. Die gute Nachricht: Die 26 Stoffe unterliegen der Deklarationspflicht und müssen daher als Inhaltsstoffe einzeln aufgelistet sein.

Menschen, die solche Duftstoffe in ihren Kosmetika meiden wollen, mussten bislang die Bezeichnungen im Kleingedruckten der Verpackung suchen. Mit der App geht das nun leichter: Über das Smartphone wird der Barcode eingescannt und danach angezeigt, ob und welche Duftstoffe erhalten sind. (red, 17.11.2016)

  • Vor allem Unisex-Parfums enthalten potente und hochpotente Duftstoffe. Von 1.549 Produkten waren es 65 Prozent.
    foto: istock/jaroon

    Vor allem Unisex-Parfums enthalten potente und hochpotente Duftstoffe. Von 1.549 Produkten waren es 65 Prozent.

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