Vassilakou fordert Aus für Öl- und Gasheizungen in Wien

17. November 2016, 14:11
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Wiener Vizebürgermeisterin will Umstellung auf erneuerbare Energien im Neubau schon bis 2018/19 forcieren

Wien – Die Wiener Grünen sehen Handlungsbedarf bei der Wärmeversorgung der Hauptstadt. Diese sorge österreichweit für zehn Prozent der Treibhausgasemissionen, in Wien liege der Anteil sogar noch höher: bei 17 Prozent, wie die Grünen vorrechnen. Wegen der langen Lebensdauer von Gebäuden und ihren Heizungsanlagen seien "heutige Investitionen für Jahrzehnte für die österreichische Klimabilanz relevant", sagt Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne).

Nur noch Ausnahmen

Bis spätestens 2018/19 wollen die Grünen daher erreichen, dass im Wiener Neubau nur noch Heizsysteme auf Basis von Abwärme, erneuerbaren Energien und Fernwärme eingesetzt werden. "Wir wollen den Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen bei Neubauten", sagt Vassilakou dem STANDARD. Da fossile Gasheizungen in heutigen Neubauten etwa bis 2050 funktionieren werden, sollen diese ab 2018/19 nur noch in Ausnahmen erlaubt werden.

Im Jahr 2014 wurden 6.941 Gigawattstunden Wärme durch Gasheizungen verbraucht, 579 Gigawattstunden waren es fürs Heizen mit Öl. Auf Fernwärmezulieferer entfielen 5.804 Gigawattstunden, 449 auf biogene Heizmethoden und 3.502 auf elektrische Energie.

Zustimmung der Bevölkerung

"Wir haben hier breite Zustimmung der Wiener Bevölkerung", sagt Vassilakou, die sich auf eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie bezieht. Bei der Telefonbefragung des Meinungsforschungsinstituts Sora gaben 73 Prozent der 700 Befragten an, Wien solle sich um Fortschritte beim Klimaschutz bemühen.

Wie genau der Ausstieg erreicht werden kann, sei zu prüfen. Der Beschluss soll bis zur nächsten Klimaschutzkonferenz 2017 gefasst werden.

Umweltminister: Weg von Ölheizungen

Auch Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat sich bereits für ähnliche Maßnahmen zum Klimaschutz ausgesprochen. "Ich fordere eine Diskussion zum Aus für Ölheizungen im Neubau und bei anstehendem Kesseltausch", sagte er.

Laut einem Gutachten Rupprechters könnten die Länder darüber verfügen, dass keine Heizanlagen mehr eingebaut werden dürfen, die auf fossilen Brennstoffen basieren. (Oona Kroisleitner, 17.11.2016)

  • Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) ist um den Klimaschutz bemüht.
    foto: apa/georg hochmuth

    Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) ist um den Klimaschutz bemüht.

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