Körperpflege in Wien viel teurer als in München

17. November 2016, 12:24
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Die Arbeiterkammer kritisiert einmal mehr den "Österreich-Aufschlag" – bei Lebensmittel und Drogeriewaren – im heimischen Handel

Wien – Wien ist im Vergleich zu München immer noch ein teures Pflaster. Sowohl für Lebensmittel als auch für Drogeriewaren muss man hierzulande tiefer in die Tasche greifen, wie die Arbeiterkammer (AK) feststellte. Bei Reinigungsprodukten, Körperpflegeartikeln und Co sind die Preisunterschiede demnach besonders hoch, auch bei Lebensmitteln kostet der Einkaufskorb in Wien im Schnitt um 16,4 Prozent mehr.

Speziell bei Drogeriewaren fallen die Preisunterschiede ins Gewicht: die Produkte seien in Wien im Schnitt um 44 Prozent teurer als in der bayrischen Hauptstadt. Laut AK kostet ein Einkaufskorb mit 135 identen Drogeriewaren in München im Schnitt 370,77 Euro, während man in Wien dafür gleich 535,52 Euro hinlegen muss.

Bei den Lebensmitteln, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Mehrwertsteuer, kostet ein Einkaufskorb mit 76 identen Lebensmitteln laut AK um 16,4 Prozent mehr. Bei der Untersuchung waren 65 der 76 verglichenen Produkte (das sind 86 Prozent) in Wien teurer als in München, nur neun waren billiger. Zwei Artikel kosteten gleich viel.

"Die Argumente des Handels gelten bei so horrenden Preisunterschieden nicht", heißt es von der AK zur APA. In Österreich würden Konsumenten die Preise anscheinend zahlen, daher werde das einfach versucht. "Unserer Meinung nach liegt das daran, dass es in Österreich relativ wenige Anbieter gibt", so die AK und ortet Preisabsprachen.

"Ein "Österreich-Aufschlag" lässt sich nicht leugnen – weder bei Drogeriewaren noch bei Lebensmitteln. Die Bundeswettbewerbsbehörde muss daher dranbleiben. Die in den letzten Jahren verhängten Geldbußen aufgrund von Preisabsprachen zwischen dem Lebensmittelhandel und diversen Produzenten zeigen, wie notwendig ein laufendes Wettbewerbsmonitoring durch die Bundeswettbewerbsbehörde ist", so die AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Besonders bei den Marken-Drogerieprodukten gebe es Handlungsbedarf.

Die AK ermittelte dafür die Preise von 76 identen Markenlebensmitteln bei vier Supermärkten in Wien und fünf Supermärkten in München. Bei den Drogeriewaren wurden die Preise von 135 identen Produkten in insgesamt 15 Wiener und Münchner Super- und Drogeriemärkten verglichen. (APA, 17.11.2016)

  • Drogeriewaren sind laut AK in Wien im Schnitt um 44 Prozent teurer als in der bayrischen Hauptstadt.
    foto: apa/pfarrhofer

    Drogeriewaren sind laut AK in Wien im Schnitt um 44 Prozent teurer als in der bayrischen Hauptstadt.

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