Seilbahner wehren sich gegen "Gerücht" der Skipistenkühlung

16. November 2016, 17:56
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Fachverbandsobmann Hörl: "Ein solches Projekt existiert schlichtweg nicht"

Innsbruck/Salzburg – Die von Umweltvertretern angestoßene Diskussion über die Kühlung von Skipisten hat am Mittwoch Vertreter der Seilbahnwirtschaft auf den Plan gerufen. Dass in Westösterreich derartige Projekte gestartet worden seien, sei ein "Gerücht", sagten Franz Hörl, Obmann des Fachverbands der Seilbahnen, und Hannes Parth, Vorstand der Silvretta Seilbahn AG. "Diesen Unwahrheiten im Namen des Umweltschutzes werden wir entschieden entgegentreten. Ein solches Projekt existiert schlichtweg nicht", kritisierte Hörl, der auch rechtliche Schritte nicht ausschloss. Die Auseinandersetzung um die Beschneiung von Skipisten müsse man sachlich führen.

Der Salzburger Landesumweltanwalt Wolfgang Wiener hatte im Ö1-"Morgenjournal" unter anderem bemängelt, dass das Beschneiungswasser zuvor gekühlt werden müsse. Zudem brachte er die Kühlung von Skipisten ins Spiel. "Anscheinend" gebe es bereits derartige Projekte im Westen Österreichs. Er halte das für eine "dramatische Entwicklung", die in Richtung "Disneyland" gehe, so Wiener.

"In der Frage der technischen Beschneiung scheinen dem Umweltschutz die Argumente auszugehen. Anders ist die aktuelle Vorgangsweise nicht erklärbar", meinte Parth, der in diesem Zusammenhang die Salzburger Landesregierung "aufforderte, ihren Umweltanwalt in seiner auf Unwahrheiten basierenden Angriffigkeit einzubremsen".

Die Seilbahnvertreter führten zur Verteidigung der Beschneiungspraxis zudem ins Treffen, dass alle österreichischen Skigebiete samt Beschneiung weniger Strom verbrauchen würden als ein mittelständisches heimisches Industrieunternehmen. Und ein Karibik-Flug für 180 Menschen verbrauche gleich viel Energie wie der Betrieb von 97.000 Skitagen. Auch dass in Österreich 85 Prozent der für die Beschneiung verwendeten Energie erneuerbar sind, brachten die beiden vor. (APA, 16.11.2016)

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