Wie unsere Keimzellen springende Gene einbremsen

19. November 2016, 10:00
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Wiener Forscher fanden zwei Stoffe mit den Spitznamen "Zucchini" und "Nibbler"

Wien – Auf dem Erbgut von Menschen und anderen Organismen gibt es "springende Gene" als Untermieter. Fast die Hälfte des menschlichen Erbguts wird von solchen springenden Genen bevölkert, die eher eigennützig sind, als dass sie dem Organismus dienen, erklären Forscher um Julius Brennecke und Stefan Ameres vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Wenn solche Gene ungestört herumhüpfen, entstehen Mutationen, die hie und da für die Evolution einer Art positiv, meist jedoch schädlich sind. Vor allem in Keimzellen sorgen sie zuweilen für Unfruchtbarkeit. Die Keimzellen haben daher spezielle RNA-Stückchen, sogenannte piRNAs, die an die potenziell schädlichen Erbgut-Bewohner andocken und sie dadurch lahmlegen.

Wie diese Abwehrwaffen fabriziert werden, war bisher unklar. "Zwar war bekannt, welcher Mechanismus das eine Ende definiert, aber bei der Herstellung von piRNAs müssen ja beide Enden exakt zugeschnitten werden", so die Wiener Forscher. Sie haben herausgefunden, dass diese Waffen von zwei unterschiedlichen Systemen an unterschiedlichen Orten gefertigt werden.

In ihrer in "Nature" veröffentlichten Studie berichten die Forscher, dass es zwei Wege gibt, um einsatzfähige piRNAs herzustellen. In den Mitochondrien, den sogenannten Kraftwerken der Zellen, gibt es einen Eiweißstoff namens "Zucchini", der die Springer hemmt. Im Zellplasma wiederum erledigt dies ein anderer Stoff, der ebenfalls einen klingenden Namen trägt: "Nibbler". (APA, red, 19. 11. 2016)

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