Bitcoin & Co: Gaunereien mit Kryptowährungen nehmen zu

17. November 2016, 15:46
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Aufsichtsbehörde warnt vor Geschäftsmodell, das wie Schneeballsystem funktioniert

Wien – Auch in Österreich hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) nun massiv vor Betrug mit virtuellen Währungen gewarnt. Auf der Hut sollten die Konsumenten außerdem vor Investments in Geschäfte sein, die auf virtuellen Währungen aufbauten. Dahinter verbergen sich oft betrügerische "Schneeballsysteme" – in der Regel über grenzüberschreitende Angebote. Solche Angebote und Anlagemodelle sind nicht reguliert und nicht beaufsichtigt. Sie seien besonders anfällig, für Betrügereien missbraucht zu werden, schrieben die österreichischen Aufseher. Auch die internationalen Schwesterbehörden haben zuletzt Warnungen abgesetzt.

Die Angebote virtueller Währungen nehmen im Internet ständig zu. Verwendet würden auch Begriffe wie "digitale Währung", "alternative Währung", Kryptowährung oder ähnliche Wortkombinationen mit den Begriffen Geld oder Devisen. Die Gefahr des Missbrauchs für kriminelle Zwecke, vor allem Betrug und Untreue, sei hier besonders hoch. Schadenersatz zu erlangen sei schwierig bis unmöglich.

Verbotene Pyramidensysteme

Anfragen bei der FMA häuften sich zurzeit. Die Geschäftsmodelle oder Anlageprodukte, die auf virtuellen Währungen aufbauten, seien üblicherweise so konzipiert, dass sie unter keine Konzessionspflicht fallen. Etwa Ankauf oder Veranlagung in Soft- oder Hardware, die angeblich besonders ertragreich virtuelles Geld erschaffen oder besonders ertragreich damit handeln können sollen. Oder um angebliche virtuelle Währungen, für deren ertragreiche Nutzung vorher Informationsmaterial gekauft werden muss. Viele davon seien wie "Multilevel Marketing Plans" aufgebaut, wie sie Strukturvertriebe verwenden – das heißt, dass jeder Kunde neue Kunden und Verkäufer akquiriert und prozentuell an deren Umsätzen beteiligt wird. Mit immer neuen Einlagen würden etwaige Gewinne an frühere Einzahler ausgezahlt – bis das System allein schon aus mathematisch statistischen Gründen zusammenbrechen muss. Oder es handle sich um verbotene Pyramidensysteme.

Werden der FMA Fälle bekannt, die eine Straftat vermuten lassen, zeigt sie diese beim Staatsanwalt an. Eine rechtliche Beurteilung, ob mit solchen Geschäftsmodellen eine Straftat vorliegt, falle nicht in die Zuständigkeit der FMA selbst, sondern in die der Staatsanwaltschaft und der Strafgerichte. Vor Geschäftsaufnahmen empfehle sich daher jedenfalls eine Recherche im Internet, ob für jeweilige Anbieter bereits Warnungen veröffentlicht wurden. (APA, 17.11.2016)

  • Digitales Geld wie Bitcoins fasziniert. Es birgt aber auch Gefahren.
    foto: reuters

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